Wien (OTS) – Die Medizinische Universität Wien und das auf
Medizintechnik
spezialisierte Unternehmen Therakos haben eine langfristige
Forschungspartnerschaft zur Weiterentwicklung der extrakorporalen
Photopherese (ECP) bei der Transplantation solider Organe gestartet.
Über einen Zeitraum von sieben Jahren stehen dafür Fördermittel in
Höhe von insgesamt 4,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die enorme
Bedeutung dieser Kooperation erschließt sich aus den nach wie vor
großen Herausforderungen in der Transplantationsmedizin, die
verbesserte Therapiestrategien dringend erforderlich machen.
Die extrakorporale Photopherese ist ein etabliertes zellbasiertes
Verfahren zur gezielten Modulation des Immunsystems. Dabei werden
bestimmte Immunzellen außerhalb des Körpers behandelt und
anschließend wieder dem Blutkreislauf zugeführt, wodurch
regulatorische immunologische Prozesse angestoßen werden. Trotz
dieses innovativen Ansatzes gilt die langfristige Kontrolle der
Immunantwort auf Spenderorgane in der Transplantationsmedizin
weiterhin als zentrale Herausforderung, insbesondere im Hinblick auf
chronische Abstoßungsreaktionen und therapiebedingte Nebenwirkungen
konventioneller Immunsuppression.
Wissenschaftliche Grundlage für gezielten Einsatz
Die nun gestartete Forschungskooperation setzt genau an diesem Punkt
an. Im Rahmen des Projekts sollen die immunologischen Wirkmechanismen
der ECP im Kontext solider Organtransplantationen vertieft erforscht
und ihre Anwendungsmöglichkeiten weiter präzisiert werden. Ziel ist
es, die wissenschaftliche Grundlage für einen gezielten Einsatz
dieses immunmodulatorischen Ansatzes zu stärken. „Die Transplantation
solider Organe wie Niere, Leber, Herz oder Lunge erfordert eine
lebenslange Balance zwischen ausreichender Immunsuppression und dem
Erhalt der allgemeinen Immunfunktion. Die extrakorporale Photopherese
stellt hier ein vielversprechendes Verfahren dar, das wir gemeinsam
mit unserem Unternehmenspartner weiterentwickeln wollen“, erklärt
Alberto Benazzo, chirurgischer Leiter des
Lungentransplantationsprogramms der Universitätsklinik für
Thoraxchirurgie, der das Projekt von Seiten der MedUni Wien leitet.
Unterstützung erhält Benazzo von seinen Kollegen Peter Jaksch (
Universitätsklinik für Thoraxchirurgie) und Thomas Wekerle (
Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie), die sich als Spezialisten
auf den Gebieten der Transplantationsmedizin und Immunologie
international einen Namen gemacht haben.
Gefördert wird die angesichts des weltweiten Mangels an
Spenderorganen so wichtige Forschung von Therakos, einem
international tätigen Medizintechnik-Unternehmen, das auf die
Entwicklung und Bereitstellung von Technologien für die
extrakorporale Photopherese spezialisiert ist. „Die Kooperation mit
der Medizinischen Universität Wien, einem führenden Zentrum auf dem
Gebiet der Transplantationsmedizin, erlaubt es uns, neue Erkenntnisse
für den Einsatz der extrakorporalen Photopherese bei der
Transplantation solider Organe zu gewinnen“, betont Therakos-CEO
Sandra Thompson. „Diese langfristige Zusammenarbeit mit Therakos
schafft verlässliche Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung
therapeutischer Möglichkeiten zum direkten Nutzen für die
Patient:innen. Sie stärkt die Forschung der MedUni Wien im Bereich
der Transplantationsmedizin und leistet einen wichtigen Beitrag zur
Verbesserung der Versorgung von Menschen nach einer
Organtransplantation“, fasst Michaela Fritz, Vizerektorin für
Forschung und Innovation der MedUni Wien, die Relevanz des Projekts
zusammen.

