Maryia Kalesnikava ist endlich frei! Ein überfälliger Schritt in Richtung Gerechtigkeit

Wien (OTS) – Nach über fünf Jahren schrecklicher Haftbedingungen ist
Maryia
Kalesnikava endlich in Freiheit. Gemeinsam mit über hundert anderen
politischen Gefangenen kam sie frei, darunter viele prominente
Menschenrechtsverteidiger*innen wie Nobelpreisträger Ales Bialiatski,
Valyantsyn Stefanovich und Uladzimir Labkovich sowie Maksym Znak.

Mariya Kalesnikava und alle anderen Freigelassenen wurde über die
litauische Grenze gebracht. Die Oppositionspolitikerin musste ihr
Land verlassen. Amnesty International hat sich seit Beginn ihrer
Festnahme für ihre Freilassung eingesetzt und freut sich mit ihr und
ihrer Familie, dass Maryia Kalesnikava endlich in Sicherheit ist.

„Wir haben mit vielen Menschen gehofft, gewartet und nicht
aufgegeben. Heute ist ein Tag der Erleichterung. Gemeinsam mit über
hundert anderen politischen Gefangenen, darunter auch
Nobelpreisträger Ales Bialiatski, kam sie frei. Ein Tag, an dem
Maryia endlich selbst die Freiheit erfährt, die sie für alle
einforderte. Ein bitterer Beigeschmack bleibt jedoch, dass sie nicht
frei über eine Ausreise entscheiden konnte. Auch wenn die Freude über
ihre Freilassung überwiegt, darf nicht vergessen werden, dass ihre
Inhaftierung nie stattfinden hätte dürfen. Das gilt für Maryia
Kalesnikava, aber auch für alle anderen der willkürlich
Festgenommenen. Die Verantwortung für dieses Unrecht liegt bei den
Behörden in Belarus“, so Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von
Amnesty International Österreich.

Maryia Kalesnikava ist Musikerin und Oppositionspolitikerin.
Gemeinsam mit Veranika Tsapkala unterstützte sie bei den
belarusischen Präsidentschaftswahlen 2020 die unabhängige Kandidatin
Svyatlana Tsikhanouskaya (Swetlana Tichanowskaja). Ihr Einsatz war
friedlich. Im September 2020 wurde sie entführt und später zu elf
Jahren Haft verurteilt.

„Maryias Freilassung gibt uns Hoffnung und ist ein Signal, das
zeigt, dass Solidarität und Druck wirken. An dieser Stelle möchten
wir uns bei den tausenden Menschen in Österreich bedanken, die sich
gemeinsam mit uns für Maryias Freilassung eingesetzt haben. Doch es
gibt noch viele Menschen in Belarus, die in Zellen festgehalten
werden. Zu viele Familien, die in Angst leben. Der internationale
Druck muss weitergehen, bis alle willkürlich Inhaftierten frei sind!
Heute atmen wir auf, aber wir arbeiten weiter für ein freies und
rechtsstaatliches Belarus“, führt Hashemi weiter aus.

Tatsiana Khomich, die Schwester von Maryia Kalesnikava sagt:
“Maryia ist frei! Ihr Mut hat uns durch die dunkelsten Tage gebracht.
Endlich können wir sie wieder in unsere Arme schließen. Wir haben so
lange auf diesen Moment gewartet und sind überglücklich. Doch viele
andere sind nach wie vor zu Unrecht in Belarus und auf der ganzen
Welt inhaftiert. Wir dürfen sie nicht vergessen!”

Amnesty International Österreich fordert die belarusischen
Behörden auf, alle politischen Gefangenen sofort und bedingungslos
freizulassen und die systematischen Menschenrechtsverletzungen zu
beenden.