Vösendorf/Wien (OTS) – Anlässlich des Welttierschutztages präsentiert
Tierschutz Austria
einen exklusiven Label-Check: Kein einziges der in Österreich
geprüften Eiersiegel erfüllt alle Tierschutzkriterien. Ein exklusiver
Label-Check von Tierschutz Austria zeigt: Von 33 untersuchten Marken
und Gütesiegeln erreichen lediglich fünf neun von zehn zentralen
Tierwohl-Standards. „ Die große Mehrheit erfüllt die Kriterien nur
unzureichend – besonders Eier aus Bodenhaltung schneiden miserabel ab
und erreichen maximal zwei Kriterien “, erklärt Dr.in Madeleine
Petrovic, Präsidentin von Tierschutz Austria.
Zwtl.: Bio-Siegel setzen bessere Maßstäbe
Während in der Bodenhaltung – mit 56 Prozent die dominierende
Haltungsform in Österreich – die Bedürfnisse der Tiere kaum
berücksichtigt werden, erfüllen alle Bio-Marken und Bio-Siegel
zentrale Tierwohl-Standards wie mehr Platz, Beschäftigungsmaterial
und kleinere Herden. Defizite bestehen jedoch bei den strukturierten
Ausläufen, die im EU-Biosiegel nicht verpflichtend sind und deshalb
nicht durchgehend umgesetzt werden.
Zwtl.: Enorme Legeleistung überfordert die Tiere
Eine Legehenne in Österreich legt heute bis zu 320 Eier pro Jahr
. Zum Vergleich: Das ursprüngliche Haushuhn legte höchstens 30 Eier
jährlich. Diese Hochleistungszucht führt häufig zu Knochenbrüchen
sowie Legedarm- und Eileiterentzündungen.
„ Die Hochleistungszucht überfordert die Tiere massiv. Alte
Rassen wie das Sulmthaler-Huhn legen zwar weniger Eier, ermöglichen
aber ein gesünderes Leben. Damit Konsument:innen trotzdem leistbare
Produkte erhalten, braucht es politische Unterstützung und
Subventionen für tierwohlverbesserte Eier “, so Petrovic.
Zwtl.: Käfigeier gelangen durchs Hintertürchen zurück
Obwohl die Käfighaltung in Österreich seit Jahren verboten ist,
wurden 2024 140,8 Tonnen Eipulver aus der Ukraine und 13,5 Tonnen aus
China importiert – Länder, in denen Käfighaltung weiterhin erlaubt
ist (1).Dieses Eipulver landet in der Gastronomie und Fertigprodukten
im Handel – ohne Kennzeichnungspflicht . Konsument:innen verzehren so
unwissentlich Eier aus Käfighaltung.
Zwtl.: Der Konsum von Eiern steigt
Jährlich werden in Österreich rund 2,33 Milliarden Eier gelegt .
Pro Jahr konsumieren die Menschen bereits 250 Eier pro Kopf – Tendenz
steigend. Gleichzeitig importiert Österreich jährlich knapp 548
Millionen Eier und Eiprodukte (2). In Restaurants, Großküchen sowie
in vielen Backwaren und Fertigprodukten fehlt jedoch die
Kennzeichnung. Konsument:innen wissen also nicht, woher die Eier
stammen – die Hintertür für Käfighaltung.
Tierschutz Austria fordert daher eine verpflichtende, leicht
verständliche Haltungskennzeichnung – für den Einzelhandel, die
Gastronomie und die Gemeinschaftsverpflegung.
Label-Check (honorarfrei): Labelcheck-Ei_02_10_doppelseitig.pdf
Hintergrundpapier zur Situation der Legehennen in Österreich (
honorarfrei): Labelcheck-Ei-Hintergrundpapier_doppelseitig_01_10.pdf
Fotos (honorarfrei): https://flic.kr/p/2rwS8FG
Quellen: (1,2): Statistik Austria
