Klimaforschung an der LMU für Biodiversität und gesündere Stadtplanung

München (OTS) – Wie können Städte widerstandsfähiger gegen Hitze
werden? Wie lässt
sich die Gesundheit bayerischer Seen im Klimawandel überwachen? Und
welche Rolle spielen künstliche Intelligenz, Umweltmodellierung und
Biodiversitätsforschung für die Zukunft Bayerns? Mit diesen Fragen
beschäftigt sich das neue Bayerische Klimaforschungsnetzwerk bayklif2
, das vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
gefördert wird.

Die LMU ist dabei mit mehreren Forschungsgruppen und Projekten
maßgeblich beteiligt. Besonders sichtbar wird der Beitrag der LMU in
den beiden Verbundprojekten MEDICUS und ecoBay, die zentralen
Herausforderungen des Klimawandels in Bayern adressieren: die
gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitze- und Luftbelastung in
Städten sowie die ökologische Stabilität bayerischer Gewässer.

Klimawandel und Gesundheit in Städten

Das Projekt MEDICUS untersucht die Auswirkungen klimabedingter
Stressoren wie Hitze, Luftverschmutzung und Pollenbelastung auf die
Gesundheit der Bevölkerung in urbanen Räumen.

Beteiligt sind an der LMU insbesondere die Forschungsgruppen von
Dr. Magdalena Mittermeier und Professor Ralf Ludwig am Department für
Geographie. Mithilfe hochauflösender Klimamodelle, KI-gestützter
Analysen und partizipativer Reallabore in München und Augsburg sollen
Belastungsschwerpunkte identifiziert und konkrete Anpassungsmaßnahmen
entwickelt werden.

Im Fokus stehen dabei nicht nur wissenschaftliche Analysen,
sondern auch der gesellschaftliche Transfer. Digitale Werkzeuge wie
Resilience-Apps und neue Bildungsformate sollen helfen,
Klimaanpassung langfristig in Stadtplanung und Gesundheitsvorsorge zu
verankern. An diesem Projekt arbeiten die LMU-Forschenden gemeinsam
mit Partnern der Technischen Universität München (TUM) und des
Universitätsklinikums Augsburg.

Biodiversität als Frühwarnsystem

Mit dem Projekt ecoBay bringt die LMU ihre Expertise in
Biodiversitäts- und Umweltforschung in das Netzwerk ein. Unter
Mitleitung von Professor Gert Wörheide vom Department für Geo- und
Umweltwissenschaften, Lehrstuhl für Paläontologie & Geobiologie
entwickelt das Projekt ein autonomes, KI-gestütztes Monitoring-System
für bayerische Seen. Ziel ist es, mithilfe genetischer Analysen von
Umwelt-DNA und Umwelt-RNA Veränderungen der Biodiversität frühzeitig
sichtbar zu machen.

Ein schwimmender Roboter soll künftig kontinuierlich
Wasserqualitätsdaten erfassen und automatisch Proben entnehmen. Die
gewonnenen Daten werden mit KI-gestützten Modellen ausgewertet, um
ökologische Veränderungen in Seen wie dem Ammersee oder dem Großen
Ostersee frühzeitig zu erkennen.

Das Projekt verbindet Umweltgenomik, Robotik und künstliche
Intelligenz und schafft damit neue Grundlagen für ein modernes
Gewässermonitoring in Bayern.

Interdisziplinäre Klimaforschung an der LMU

bayklif2 vereint sechs interdisziplinäre Forschungsprojekte aus
den Bereichen Gesundheit, Biodiversität, Landwirtschaft,
Wasserforschung und KI-gestütztes Umweltmonitoring. Ziel des
Netzwerks ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete
Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu
übersetzen.

Die LMU trägt dabei nicht nur mit ihrer Forschungskompetenz zum
Netzwerk bei, sondern übernimmt auch organisatorische Verantwortung:
Die Geschäftsstelle von bayklif2 ist am Genzentrum der LMU
angesiedelt und wird von Dr. Ulrike Kaltenhauser und Dr. Julius Reich
geleitet. Sie koordiniert die Zusammenarbeit der Projekte und
unterstützt den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und
Öffentlichkeit.

„Mit bayklif2 stärkt die LMU ihre Rolle als zentrale Akteurin der
Klima- und Umweltforschung in Bayern – interdisziplinär, datenbasiert
und mit klarem Fokus auf gesellschaftliche Relevanz und nachhaltige
Zukunftslösungen“, sagt Ulrike Kaltenhauser.