Wien (OTS) – Das Prestigeprojekt des früheren Finanzstadtrats – jetzt
Verkehrsminister – steht sinnbildlich für ein gescheitertes
Kulturverständnis. Ein Dialog wurde nie gesucht. Klage statt
Versöhnung. Macht statt Mitgefühl.
Am Heiligen Abend richtet die Initiative Rettet den
Christkindlmarkt ihren Blick nicht auf Konfrontation, sondern auf
Versöhnung. Doch Versöhnung setzt Dialog voraus – und genau diesen
lässt die SPÖ Wien bis heute vermissen.
„Wir beten für die Verantwortlichen. Denn sie wissen nicht, was
sie tun.“ (Lk 23,34)
Seit 2022 zeigt sich ein beispielloses Verhalten:
Statt Gesprächsangeboten mit den Wienerinnen und Wienern und der
Initiative gab es Anzeigen, Klagen, Gerichtsprozesse – sowie ein
völliges Ignorieren historischer und kultureller Zusammenhänge.
Der Wiener Christkindlmarkt am Rathausplatz war einst ein Symbol
für familiäre Kontinuität, gelebte Tradition und soziale Wärme. Heute
ist er ein verwaltetes Event-Projekt – geprägt von Überteuerung,
Sicherheitszonen, Klientelismus und politischer Selbstinszenierung.
Ein überdimensioniertes Ringelspiel und 50 Hütten weniger: Ein
Image für Touristen, nicht für die Stadtbevölkerung. Ein
Christkindlmarkt, der seine Wienerkultur und seinen Charakter
verloren hat.
„Sie schließen das Reich der Erinnerung vor den Menschen zu.“ (
vgl. Matthäus 23,13)
Peter Hanke – früher Finanzstadtrat, heute Verkehrsminister –
gilt als politischer Architekt des heutigen Marktes. Bis heute äußert
er sich nicht öffentlich zu den Vorwürfen und zur Kritik rund um den
Christkindlmarkt.
Die Stadt Wien Marketing GmbH ist eine der Akteurinnen, mit denen
die Initiative Rettet den Christkindlmarkt seit 2022 juristisch in
Auseinandersetzungen steht .
Ein öffentlicher Dialog über Geschichte, Erinnerung, Kultur sowie
über inhaltliche Kritik und historische Verantwortung blieb bislang
aus. Dabei geht es nicht um persönliche Angriffe – sondern um
kollektives Gedächtnis.
„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie
ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,24)
Doch die Geschichte wird nicht schweigen.
Die Pressemappe unserer Initiative dokumentiert seit 2022 dutzende
Fakten, Warnungen und Appelle:
https://www.ots.at/pressemappe/37261/initiative-rettet-den-
christkindlmarkt
Wir kämpfen nicht gegen Menschen.
Wir kämpfen für Erinnerung.
Für die Familien, die diesen Markt aufgebaut haben – seit über 50
Jahren.
Für die Wienerinnen und Wiener, die sich jedes Jahr aufs Neue fragen:
Ist das noch unser Wiener Christkindlmarkt?
Stimmen aus der Vergangenheit
Eine ehemalige Standlerin erzählt:
„Ich war mit meinem Sohn hochschwanger, als ich am Christkindlmarkt
gearbeitet habe. Gemeinsam mit meinen Eltern und vielen anderen
Familien haben wir diesen Markt fast 50 Jahre lang aufgebaut und
mitgestaltet.
Er war Teil unserer Identität, Teil unserer Existenz, Teil unserer
Wiener Kultur.
Seit der Umgestaltung 2022 sehen sich viele der einst prägenden
Familien gezwungen, jedes Jahr traurige Weihnachten zu feiern –
ausgeschlossen von dem Markt, den sie einst mit aufgebaut haben. Was
daran ist noch menschlich – oder gar christlich?
Weil wir nicht mehr ins Konzept der Verantwortlichen passten,
wurden wir ausgeschlossen. Es macht traurig, dass Familien wie unsere
– die diesen Ort mit Liebe, Schweiß und Geschichte gefüllt haben –
plötzlich keinen Platz mehr haben.
Und noch trauriger ist, dass wir nun jedes Jahr nicht nur
ausgeschlossen sind, sondern auch in Angst leben müssen, wieder
verklagt zu werden.
Was wir über Jahrzehnte mitgetragen haben, wird heute behandelt,
als hätte es uns nie gegeben.“
Wir werden wiederkommen. Still oder laut – aber immer präsent.
Nicht aus Groll. Sondern aus Pflichtgefühl gegenüber unserer
Geschichte.
Denn manchmal reicht ein Gebet, um ein ganzes System zu entlarven.
„Der Herr handelt gerecht – er gibt den Unterdrückten ihr Recht.“ (
Psalm 103,6)
Wir glauben an die Kraft der Erinnerung. Und an den Wert eines
Dialogs, der noch kommen könnte.



