Wien (OTS) – Die angekündigte erneute Hitzewelle für die kommenden
Tage macht
einmal mehr deutlich: Extreme Temperaturen sind längst zur Realität
geworden – und sie treffen ältere Menschen besonders hart. Für den
Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) ist klar: Hitzeschutz muss
endlich als Teil der öffentlichen Gesundheitsvorsorge verstanden
werden. „Für viele ältere Menschen ist Hitze nicht bloß unangenehm,
sondern ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Deshalb braucht es jetzt
entschlossenes Handeln auf allen politischen Ebenen“, fordert PVÖ-
Präsidentin Birgit Gerstorfer. ****
Der PVÖ fordert daher:
– Verbindliche Hitzeaktionspläne mit besonderem Schutz für ältere
Menschen – in allen Gemeinden und Städten, damit gefährdete Menschen
bei Hitzewellen rasch und gezielt unterstützt werden.
– Mehr kühle öffentliche Räume, Trinkwasserstellen und schattige
Plätze , damit ältere Menschen auch außerhalb ihrer Wohnung sicher
durch Hitzetage kommen.
– Eine Offensive für klimafitte Wohnungen durch verstärkte thermische
Sanierungen, wirksame Beschattung und Begrünung, damit Wohnen auch im
Sommer gesund und leistbar bleibt.
– Die rasche Ökologisierung des Mietrechts , damit Hitzeschutz als
Qualitätsstandard verankert wird und nicht vom Einkommen oder der
Wohnform abhängt.
– Gezielte Unterstützung für alleinlebende und besonders gefährdete
ältere Menschen , etwa durch Besuchsdienste, Nachbarschaftsnetzwerke
und kommunale Hilfsangebote während Hitzewellen.
Studie zeigt alarmierende Ergebnisse – jede dritte Wohnung zu
heiß
Wie dringend diese Maßnahmen sind, zeigt auch eine Greenpeace-
Studie, die in diesem Sommer präsentiert wurde und an der sich der
Pensionistenverband Österreichs beteiligt hat. Zahlreiche PVÖ-
Mitglieder stellten ihre Wohnungen für Temperaturmessungen zur
Verfügung und machten damit die tatsächliche Belastung durch Hitze
wissenschaftlich sichtbar.
Die Ergebnisse sind alarmierend: Bereits jede dritte Wohnung von
Menschen über 60 Jahren wird im Sommer als heiß bis unerträglich heiß
empfunden. In Wien ist sogar rund jede zweite betroffene Person von
extremer Hitze in den eigenen vier Wänden betroffen. Besonders
Mieterinnen und Mieter sowie Frauen leiden unter den hohen
Temperaturen. Die Folgen reichen von Schlafproblemen und
Kreislaufbeschwerden bis hin zu einer erheblichen Einschränkung der
Lebensqualität. „Die Studie bestätigt, was uns ältere Menschen seit
Jahren berichten: Hitze endet nicht an der Wohnungstür. Wenn sich
Wohnräume tagelang aufheizen und nachts nicht mehr ausreichend
abkühlen, wird das zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko. Niemand
darf gezwungen sein, seine Gesundheit zu gefährden, weil die eigene
Wohnung zur Hitzefalle wird“, so Gerstorfer.
Hitzeschutz darf kein Luxus sein
„Hitzeschutz darf kein Luxus sein. Wer sein Leben lang gearbeitet
hat, muss auch im Alter sicher und gesund wohnen können.
Investitionen in klimafitte Wohnungen, schattige öffentliche Räume
und kommunale Hitzeschutzmaßnahmen sind Investitionen in Gesundheit,
Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit.“ Der Pensionistenverband
Österreichs wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Anliegen
älterer Menschen bei der Anpassung an die Folgen der Klimakrise
konsequent berücksichtigt werden. „Die Hitzewelle zeigt einmal mehr:
Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz – und damit eine politische
Verpflichtung. Was wir jetzt brauchen, sind verbindliche Maßnahmen
statt weiterer Ankündigungen“, so Gerstorfer abschließend.