Wien (OTS) – „Das Gesundheitssystem krankt, mit kleineren
Behandlungen ist es
nicht getan. Es braucht endlich einen mutigen und großen Wurf für
eine bundesländerübergreifende Gesundheitsversorgung. Die Menschen
erwarten sich zurecht, dass die ständigen Streitereien endlich
aufhören und es eine nachhaltige Lösung gibt“, so Judith Pühringer,
Parteivorsitzende Grüne Wien. Gesundheitssprecherin Barbara Huemer
kritisiert: „Was von Ludwig als Reform verkauft wird, ist in Wahrheit
bestenfalls die Idee eines Reförmchens und wird den massiven
Herausforderungen unseres Gesundheitssystems nicht gerecht.“
Patient:innen sind Leidtragende
Eine echte, bundesweite Reform mit klarem Fokus auf die Patient:innen
sei längst überfällig. Statt gemeinsam Lösungen zu erarbeiten,
blockieren sich jedoch weiterhin Bund, Länder, Gesundheitskasse und
Ärztekammer gegenseitig, kritisieren die Grünen. „Die Leidtragenden
des Dauerstreits sind die Patient:innen – mit langen Wartezeiten,
Versorgungslücken und wachsender Zwei-Klassen-Medizin”, so Huemer
weiter. Die von Ludwig präsentierten sieben Punkte seien zwar im
Einzelnen sinnvoll, blieben jedoch Stückwerk und würden die
grundlegenden Probleme nicht lösen. Dazu zählen die langen
Wartezeiten auf Operationen und Arzttermine, Personalmangel in der
Pflege, Mangel an Kassenärzt:innen in vielen zentralen Bereichen,
Unterversorgung im Bereich der psychischen Gesundheit sowie die
zunehmende Mehrklassenmedizin und Ablehnung von Gastpatient:innen.
„Dass Bürgermeister Ludwig weiterhin an den Spitalskompetenzen der
Länder festhält, zeigt, dass er Teil des Problems ist. Eine echte
Reform braucht endlich Planung, Steuerung und Finanzierung aus einer
Hand“, hält Huemer fest.
Bundesländerübergreifende Lösung
Die Wiener Grünen sprechen sich erneut klar für eine bundesweite
Lösung aus, andernfalls wäre zumindest eine stärkere Kooperation in
Form einer Versorgungsregion Ost ein Schritt in die richtige
Richtung. „Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die
steigenden Anforderungen im Gesundheitsbereich ist ein ‚Weiter wie
bisher‘ keine Option. Wer jetzt nicht mutig reformiert, riskiert die
Zukunft der Gesundheitsversorgung in Österreich“, so Huemer. „Ein
starkes Gesundheitssystem braucht klare Zuständigkeiten, eine
verlässliche Finanzierung und faire Bedingungen. Das gilt für die
Patient:innen ebenso wie für die Beschäftigten. Unsere Vorschläge
liegen am Tisch, es ist höchste Zeit, dass sich der Bürgermeister
endlich für eine rasche Lösung einsetzt“, so Pühringer abschließend.
