Wien (OTS) – Die Unternehmen der Gaswirtschaft stehen für
Versorgungssicherheit.
Eine Untersuchung der Gaspreise zeigt: Fast ein Drittel der Kosten
sind Erdgasabgabe, Mehrwertsteuer und CO2-Abgabe und gehen auf das
Konto des Finanzministers.
Höhere Inflation. Energie als Kostentreiber?
Wer Energiepreise jetzt kritisch analysiert, stellt fest, dass die
Gaspreise in Österreich, die aus Energiepreis, Netzgebühren und
Steuern bestehen, seit mehr als eineinhalb Jahren wieder
inflationsdämpfend wirken. „Die Gaspreise sanken 2024 nach dem
Rekordhoch im Jahr 2023 um knapp 17 Prozent und reduzierten die
Teuerung um 0,12 Prozentpunkte“, sagt die Ökonomin Anna Kleissner vom
Wirtschaftsforschungsinstitut Ecomove.
Was jedoch nach Kleissners Berechnungen deutlich gestiegen ist,
sind Steuern und Abgaben: Die Erdgasabgabe ist per Ende 2024 um 552
Prozent gestiegen. Ebenfalls preiserhöhend wirkt die 2022 eingeführte
CO2-Abgabe: Sie hat sich von 30 auf nunmehr 55 Euro je Tonne CO2
erhöht. Das entspricht einem Anstieg von 83,3 Prozent. Die
Mehrwertsteuer wird auf die Erdgasabgabe und die CO2 Steuer
aufgeschlagen, sozusagen als Steuer auf eine Steuer. Somit ist die
Mehrwertsteuer von 20 Prozent hier die teuerste Komponente.
In Summe errechnet Kleissner bei Steuern und Abgaben auf Gas in
dem Zeitraum von 1/2021 bis 1/2025 eine Verdopplung auf mehr als 108
Prozent: Also von 1,742 Cent je Kilowattstunde (kWh) im ersten
Halbjahr 2021 auf 3,639 Cent je kWh heuer im ersten Halbjahr. Die
Steuern betragen somit jetzt also schon ein knappes Drittel der
gesamten Gaskosten.
Netzentgelte: kleinster Teil der Gaskosten
Der Energiepreis für Gas lag über viele Jahre um die drei Cent je
Kilowattstunde. Seinen Höhepunkt erreichte der Gaspreis dann durch
die Verwerfungen an den Börsen im 1. Halbjahr 2023 mit rund 10,678
Cent je kWh. Ab dem Moment sank der Preis wieder stetig und eine kWh
kostete heuer im ersten Halbjahr exakt 6,33 Cent. Die Kosten für
Energie liegen demnach tatsächlich bei 52 Prozent des Gesamtpreises.
Mit einem Anteil von 18 Prozent machen die Netzentgelte den kleinsten
Teil vom Gaspreis aus.
Durch die für 2026 angekündigte Erhöhung der Netztarife für Haushalte
werden die Netznutzungsentgelte 2026 durchschnittlich zwar um rund 18
Prozent steigen. Das entspricht im Österreich-Schnitt einem
monatlichen Preisanstieg von rund fünf Euro pro Haushalt. Bezogen auf
die gesamten Gaskosten, also Energie, Netze, Steuern und Abgaben,
wird dies jedoch nur einem Plus von vier bis fünf Prozent
entsprechen.
Bewährte Gas-Infrastruktur
Seit den 1970er Jahren hat sich die österreichische Gasinfrastruktur
als gut und krisensicher bewährt, denn Gas ist versorgungssicher, gut
verfügbar und als Biomethan auch eine wertvolle erneuerbare
Energiequelle.
Derzeit wird in Österreich jedoch weniger Gas durchgeleitet und
auch verbraucht. Der Gastransit durch Österreich ist stark
zurückgegangen: Die transportierten Gasvolumina haben wegen des
Embargos von russischem Gas um fast 70 Prozent abgenommen.
Im Gegenzug konnten die Importausfälle nur zu einem kleinen Teil
durch höhere Gasimporte aus Deutschland oder Italien kompensiert
werden. Dadurch haben sich höhere Kosten aus den vorgelagerten
Fernleitungen in die Verteilnetze verschoben: Allein 2023/24 und
2024/25 stiegen die durch das Verteilnetz zu tragenden, vorgelagerten
Netzkosten um insgesamt rund 70 Mio. Euro
„Auch die heimische Industrie hat in den letzten Jahren weniger
Gas nachgefragt. Mit der Erholung der Konjunktur sollte die Nachfrage
nach Gas in den nächsten Jahren aber wieder anziehen“, erwartet
Kleissner.
Durch die Gasnetze fließen schon jetzt immer mehr Biomethan und
Wasserstoff. Die Bedeutung dieser Gase wird weiter zunehmen und die
Gasnetze werden daher künftig für erneuerbare Gase, Wasserstoffinseln
oder saisonale Flexibilität benötigt. „Dafür brauchen wir stabile
Rahmenbedingungen. Das Erhalten der Gasnetzinfrastruktur ist daher
zentral für Versorgungssicherheit und das Gelingen der Energiewende“,
sagt Michael Mock, Geschäftsführer des Fachverbands Gas Wärme,
abschließend.
Über Gas:
Gas nimmt in der umweltbewussten Energieversorgung eine
Schlüsselrolle ein: Die Energie der Zukunft lässt sich effizient und
komfortabel fürs Heizen, die Warmwasserbereitung, Kälte- und
Stromerzeugung und als Kraftstoff für Automobile einsetzen. Gas
verbrennt ohne Feinstaub und Partikel und ist damit der
emissionsärmste fossile Energieträger. Mit Biomethan aus biogenen
Reststoffen, synthetischem Methan (SNG) als erneuerbaren Stromquellen
und Wasserstoff bietet Gas auch grüne Alternativen.



