Für eine glaubwürdige Weiterentwicklung der Unternehmenskultur im ORF

Wien (OTS) – Der ORF ist das größte Medienunternehmen Österreichs und
ein
zentraler Pfeiler der demokratischen Öffentlichkeit. Millionen
Menschen verlassen sich täglich auf seine unabhängige Information,
Berichterstattung und kulturelle Vielfalt.

Gerade deshalb kommt der Unternehmenskultur im ORF besondere
Bedeutung zu. Das Frauennetzwerk Medien setzt sich seit 27 Jahren für
die Durchsetzung von gleichen Rechten und Chancen von Frauen in allen
Medien ein. Alle Mitarbeitenden müssen die Gewissheit haben, in einem
respektvollen und sicheren Arbeitsumfeld tätig zu sein.

Der ORF hat in den vergangenen Jahren verpflichtende
Sensibilisierungsmaßnahmen für Führungskräfte, Informations- und
Präventionsinitiativen sowie Anlaufstellen – inklusive einer
Whistleblowerstelle für Zeuginnen, Zeugen und Betroffene – und
weitere Maßnahmen geschaffen. Diese sind kontinuierlich
weiterzuentwickeln, langfristig zu finanzieren und das Vertrauen in
ihre Wirksamkeit zu fördern.

Was den derzeit diskutierten Fall betrifft, ersuchen wir
eindringlich, die Privatsphäre der betroffenen Mitarbeiterin zu
respektieren und deren Anonymität zu wahren. Wie auch der
Österreichische Presserat festhält, ist die Identität betroffener
Personen für das Verständnis eines solchen Geschehens in der Regel
unerheblich.

Der ORF steht nun vor einer wichtigen Weichenstellung: In den
kommenden Monaten wird eine neue Geschäftsführung bestellt. Wir
appellieren an den Stiftungsrat, bereits bei der Ausschreibung klar
zu formulieren, welche Anforderungen in puncto Gleichstellung zu
erfüllen sind. Die Person, die den ORF künftig führen will, muss
nachvollziehbar aufzeigen, wie sie sich bisher für Gleichstellung und
ein respektvolles Arbeitsumfeld eingesetzt hat und in Zukunft
einsetzen wird.

Eine starke und vertrauensvolle Unternehmenskultur liegt im
Interesse des ORF, seiner Mitarbeitenden – und der gesamten
österreichischen Öffentlichkeit.