Deloitte CFO Survey: Österreichs Finanzvorstände setzen Rotstift an

Wien (OTS) – Die anhaltend angespannte wirtschaftliche Situation
wirkt sich auf
die Stimmung in den Finanzabteilungen österreichischer Unternehmen
aus. Laut einer aktuellen Deloitte Umfrage herrscht vor allem
Pessimismus vor. Der erneute Anstieg der Inflation birgt Risiken fürs
Geschäft und das Investitionsklima ist dementsprechend rau. Daher
wird jetzt vor allem auf Kostensenkung und bestehende Märkte gesetzt.

Im Rahmen des Deloitte CFO Survey erhebt das Beratungsunternehmen
halbjährlich die Gemütslage unter Österreichs Finanzvorständen. Die
aktuelle Befragung der 50 Top-CFOs des Landes zeichnet vor dem
Hintergrund der angespannten ökonomischen Situation ein
pessimistisches Bild. Zwei Drittel (65 %) sehen sich weiterhin mit
einer hohen wirtschaftlichen Unsicherheit konfrontiert.

„Die heimischen Finanzvorstände blicken überwiegend pessimistisch in
die Zukunft. 53 % gehen von einer Verschlechterung des
Investitionsklimas aus, 30 % zeigen sich hinsichtlich der
finanziellen Erfolgsaussichten ihres Unternehmens negativer als noch
vor wenigen Monaten“, erläutert Gerhard Marterbauer, Partner bei
Deloitte Österreich. „Damit wird laut der Hälfte der CFOs auch der
Investitionsaufwand zurückgehen. Das sind keine guten Nachrichten für
den Wirtschaftsstandort.“

Unternehmen auf Sparkurs

Aufgrund der aktuellen Teuerungen ist eine Reduktion der Kosten für
die meisten heimischen Finanzvorstände das Mittel der Wahl: 58 %
bewerten dieses Thema strategisch als sehr wichtig, weitere 33 % als
eher wichtig. Aber auch das Wachstum in bestehenden Märkten hat
derzeit in vielen Unternehmen Priorität (35 % „sehr wichtig“, 58 %
„eher wichtig“), gefolgt von der Verringerung des Betriebsaufwandes (
35 % „sehr wichtig“, 54 % „eher wichtig“).

„Der strategische Kurs der Unternehmen ist nachvollziehbar. Doch der
Sparmodus wirkt sich nicht nur negativ auf das Wirtschaftswachstum
aus, sondern rüttelt auch am Personalstand. Laut unserer Befragung
rechnen 44 % der CFOs in naher Zukunft mit einem Personalabbau“,
ergänzt Gerhard Marterbauer. „Kurzfristig mag dieser Abbau aus
Kostengründen Sinn machen, langfristig wird nach der Krise aber auch
die Suche nach qualifiziertem Personal wieder eine Herausforderung
werden.“

Inflationsanstieg als Unternehmensrisiko

Ein Ende der Talfahrt ist laut Umfrage aber vorerst ohnehin nicht in
Sicht. Die Finanzvorstände rechnen vielmehr mit einem weiteren
Anstieg der Inflation: Für Österreich werden in den kommenden zwölf
Monaten durchschnittlich 3,1 % erwartet, für die Eurozone 2,2 %.
Gleichzeitig stellt ein solcher Inflationsanstieg für 73 % eines der
größten Unternehmensrisiken dar – neben AI-gestützten Cyber-Angriffen
(88 %), zunehmender Regulierung (80 %) und schwachen
Konjunkturaussichten (78 %). Demnach verwundert es nicht, dass die
Risikobereitschaft stagniert: „Wie bereits im Frühjahr geben zwei
Drittel der Befragten an, dass aktuell kein guter Zeitpunkt ist, um
Risikopositionen in die Bilanz aufzunehmen“, so der Deloitte Experte.

Transformation mit Handbremse

Die angespannte wirtschaftliche Situation wirkt sich auch auf die
Nachhaltigkeitsbestrebungen der Unternehmen aus. Laut 56 % wird die
grüne Transformation vor allem durch die unzureichende Nachfrage
sowie die mangelnde Bereitschaft, mehr für nachhaltige Produkte zu
zahlen, ausgebremst. Als noch größeren Hemmschuh nennen die CFOs
allerdings die strategische und regulatorische Unsicherheit (74 %).
Vor allem die EU-Pläne in puncto Dekarbonisierung der Wirtschaft
werden von der Mehrheit als signifikanter Wettbewerbsnachteil
angesehen.

„Unsichere Zeiten waren nie ein großer Beschleuniger für
Transformationsprozesse. Für die Unternehmen ist es jetzt dennoch
wichtig, am Ball zu bleiben. Denn Fakt ist: Langfristig wird das
Thema Nachhaltigkeit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil
bringen“, weiß Gerhard Marterbauer.

Zum Download:

Deloitte CFO Survey Q3 2025

Foto Gerhard Marterbauer Credits Deloitte/feelimage

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