Das mumok trauert um VALIE EXPORT (1940 – 1926)

Wien (OTS) – VALIE EXPORT war eine der radikalsten und
einflussreichsten
Künstlerinnen der Gegenwart. Mit ihren provokanten,
gesellschaftspolitisch motivierten Aktionen hat sie sich in die
internationale feministische Geschichte eingeschrieben. Ihr Werk
macht die komplexen Netzwerke von Kunst, Politik und Gesellschaft
sichtbar und prägte die Medien- und Performancekunst weit über
Österreich hinaus. VALIE EXPORT setzte sich früh mit Fragen von
Körper, Geschlecht und Macht auseinander. Als Symbol dafür ließ sie
sich am 2. Juli 1970 in Frankfurt öffentlich tätowieren. Diese Aktion
verkörperte paradigmatisch die Radikalität ihrer feministisch-
künstlerischen Arbeitsweise.
Dazu schrieb sie: „Die Tätowierung des Körpers demonstriert den
Zusammenhang zwischen Ritual und Zivilisation. In der Tätowierung
erscheint das Strumpfband als Zeichen einer vergangenen Versklavung,
Kleidung als Verdrängung der Sexualität, das Strumpfband als Attribut
einer von uns nicht selbstbestimmten Weiblichkeit. Ein soziales
Ritual, das ein Bedürfnis des Körpers verdeckt, die Opposition
unserer Kultur gegen den Körper wird aufgedeckt. Das Strumpfband als
Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Klasse, die ein bedingtes
Verhalten fordert, wird zur Erinnerung. Der weibliche Körper streift
ab, wirft weg den Stempel einer Welt, die bis jetzt nicht die Welt
der Frau war, um zu einer menschlichen Welt zu kommen, in der sie
ihre weibliche Existenz selbst bestimmen kann.“

Mit dem Tod VALIE EXPORTS hat die internationale Kunstwelt eine
ihrer wichtigsten Vertreterinnen verloren. Ihr Werk allerdings bleibt
unvergänglich und gehört – unter anderem im mumok
https://www.mumok.at/onlinesammlung – zu den ikonischen
Sammlungsbeständen.