Creditreform KMU-Umfrage Österreich, Herbst 2025

Wien (OTS) – – Geschäftsklima-Barometer der heimischen KMU weiter
stark
negativ.

– Weiterhin Pessimismus bei Umsatz- und Auftragsentwicklung.

– Personalabbau bei jedem 4. Unternehmen.

– Historischer Tiefstand bei Investitionen.

– 52,6% stehen der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung
kritisch gegenüber.

Zwtl.: Mittelstand bleibt in der Rezession gefangen

Der österreichische Mittelstand tritt wirtschaftlich auf der
Stelle. Nach zwei Jahren Rezession bleibt die Erholung aus – Aufträge
sowie Umsätze sinken weiter und vielerorts wird Personal abgebaut.
Auch für die kommenden Monate bleibt die Mehrheit der Unternehmen
pessimistisch. Das geht aus der aktuellen Herbststudie der
Creditreform Wirtschaftsforschung unter rund 1.400 heimischen
Unternehmen hervor.

Das Creditreform Klimabarometer für den Mittelstand befindet sich
seit drei Jahren im negativen Bereich. Aktuell liegt es bei minus 8,2
Punkten (Vorjahr: minus 9,9 Punkte).

„ In allen Wirtschaftssektoren überwiegt eine skeptische
Grundhaltung. Eine schnelle Konjunkturerholung ist nicht zu erwarten.
Der Mittelstand steckt weiterhin in der Rezession fest “, fasst
Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer vvom Österreichischen Verband
Creditreform, die Ergebnisse zusammen.

Zwtl.: Umsatzentwicklung bleibt schwach

Die Auftragslage bleibt angespannt: 36,8% der Unternehmen
berichteten von Rückgängen und nur 12,9%konnten ein Plus verzeichnen.
Auch die Umsatzbilanz fällt negativ aus: Gut ein Drittel der Betriebe
(34,4%) verzeichnete Umsatzeinbußen, während lediglich 16,0% ihre
Umsätze steigern konnten. Zwar hat sich die Entwicklung im Vergleich
zum Vorjahr leicht verbessert, insgesamt überwiegt jedoch weiterhin
das Minus.

„ Von einer Erholung kann keine Rede sein – der Mittelstand
steckt weiter fest. Erste Stabilisierungstendenzen reichen nicht, um
den Trend zu drehen “, kommentiert Weinhofer. Erste Anzeichen einer
leichten Stabilisierung sind zwar erkennbar, belastende Faktoren wie
hohe Energiepreise bremsen die Unternehmen jedoch. Für das kommende
halbe Jahr erwarten lediglich 12,2% der Befragten ein Umsatzplus (
Vorjahr: 14,6%). Gleichzeitig rechnen 28,0% mit Rückgängen (Vorjahr:
36,4%). Insgesamt bleiben die Umsatzerwartungen negativ.

Zwtl.: Personalabbau setzt sich fort

Die Folgen der Rezession zeigen sich deutlich am Arbeitsmarkt: In
den letzten sechs Monaten haben 29,7% der Unternehmen Personal
abgebaut, während nur 10,8% neue Stellen geschaffen haben. Besonders
stark betroffen ist das Baugewerbe. Auch die Personalplanung bleibt
vorsichtig: Neueinstellungen sind lediglich bei 7,2% der Betriebe
vorgesehen.

Die schwache Konjunktur wirkt sich auch auf die Investitionen
aus. Nur noch 29,7% der Unternehmen planen aktuell ein
Investitionsvorhaben (2024: 31,4%, 2023: 42,8%).

Zwtl.: Ertragslage angespannt, Eigenkapital schwach

„Die Ertragslage im Mittelstand bleibt äußerst angespannt,
vermutlich ist die Talsohle aber mittlerweile erreicht“, so
Weinhofer. Bis die Gewinne wieder steigen, dürfte es jedoch noch
dauern. Nur 10,8% der Unternehmen berichteten von steigenden
Erträgen, während 42,3% Einbußen hinnehmen mussten.

Der Anteil eigenkapitalschwacher Unternehmen ist auf den höchsten
Stand seit sechs Jahren gestiegen. 19,7% der Betriebe verfügen
lediglich über eine Eigenkapitalquote von unter 10% (Vorjahr: 16,8%).
Besonders hoch ist dieser Wert im Dienstleistungssektor (26,5%).
Insgesamt verfügen weniger Unternehmen als in den Vorjahren über eine
solide Eigenkapitalquote von über 30%. „Die lange Wirtschaftskrise
fordert ihren Tribut“, erklärt Weinhofer.

Zwtl.: Inflation ist ein Problem

„ Die Bekämpfung von Inflation und steigenden Preisen –
insbesondere im Energiebereich – erfordert mehr politisches
Engagement “, betont Weinhofer. 70,2% der Unternehmen sehen dies als
drängendstes wirtschaftspolitisches Thema. Der Fachkräftemangel rückt
angesichts der schwachen Konjunktur etwas in den Hintergrund (53,3%).
Der Bürokratieabbau bleibt eine vordringliche Aufgabe der Regierung (
80,4%). Insgesamt bewerteten 52,6% der Unternehmen die
Wirtschaftspolitik der neuen Bundesregierung kritisch.