Wien (OTS) – Eine 27-Jährige Frau soll seit 2025 in Wien ohne
entsprechende
medizinische Befugnis Beauty-Behandlungen angeboten und durchgeführt
haben. Nach eigenen Angaben behandelte sie täglich mindestens drei
Kundinnen und Kunden, darunter werden auch Minderjährige vermutet.
Sie verdiente damit rund 1.200 Euro pro Woche. Die Frau wurde wegen
Kurpfuscherei angezeigt, zusätzlich besteht der Verdacht auf
Sozialleistungsbetrug.
Nach einer anonymen Anzeige führte das Amt für Betrugsbekämpfung,
Bereich Finanzpolizei, Anfang September eine Kontrolle in einer
Wohnung im 21. Wiener Gemeindebezirk durch. Der Verdacht: In den
privaten Räumlichkeiten sollen kosmetische und ärztliche Behandlungen
wie die Injektion von Botox, Hyaluron und sogenannten Fettwegspritzen
angeboten und durchgeführt worden sein.
Beim Eintreffen der Finanzpolizei öffnete eine 27-jährige Frau
aus der Russischen Föderation die Wohnungstür. In den Räumlichkeiten
befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwei Kundinnen, die gerade eine
Lippenbehandlung erhielten.
Bei der anschließenden Kontrolle stellten die Organe der
Finanzpolizei unter anderem Botoxpräparate, Hyaluronspritzen,
Präparate für Fettwegbehandlungen sowie eine Behandlungsliege fest.
Nach eigenen Angaben der Frau konnte sie die verwendeten Präparate
über eine Onlineplattform bestellen. Zudem ergaben sich Hinweise
darauf, dass die angebotenen Behandlungen auch an Minderjährigen
durchgeführt worden sein sollen.
Zur Unterstützung der Amtshandlung wurden die Magistratsabteilung
Gruppe für Sofortmaßnahmen sowie die Polizei hinzugezogen. Die
vorgefundenen Präparate und Behandlungsmaterialien wurden durch die
einschreitenden Polizeibeamten sichergestellt.
Die 27-Jährige wurde wegen Kurpfuscherei angezeigt. Seitens des
Amtes für Betrugsbekämpfung wird zudem Anzeige wegen des Verdachts
auf Sozialleistungsbetrug erstattet, da die Frau während ihrer
Tätigkeit unrechtmäßig Notstandshilfe bezogen haben soll.
„Steuerbetrug untergräbt den Sozialstaat und das Vertrauen in
unseren Rechtsstaat. Es geht außerdem zu Lasten derjenigen, die ihren
ehrlichen Beitrag leisten. In diesem Fall kommt auch noch das
Gesundheitsrisiko für die Kundinnen und Kunden hinzu, wenn
Behandlungen ohne ausreichende medizinische Kenntnisse durchgeführt
werden“, so Finanzminister Markus Marterbauer.
Fotos: https://flic.kr/s/aHBqjD4dY9
