Wien (OTS) – Anlässlich des 81. Jahrestags der Befreiung Europas vom
nationalsozialistischen Terrorregime finden in Österreich zahlreiche
Gedenkveranstaltungen statt. Vizekanzler Andreas Babler hat heute,
Samstag, Vormittag gemeinsam mit dem Präsidenten der Aktion gegen
Antisemitismus in Österreich Cornelius Obonya an der Befreiungsfeier
in Gunskirchen teilgenommen. Am Abend ist der Vizekanzler bei der
Gedenkveranstaltung in Gusen und morgen, Sonntag, nimmt er an der
Befreiungsfeier in Mauthausen teil.****
Bei der heutigen Befreiungsfeier im ehemaligen Außenlager
Gunskirchen hielten der Vizekanzler und Cornelius Obonya Reden, in
denen sie vor dem Wiedererstarken nationalsozialistischen
Gedankenguts warnte und betonte, dass es die Aufgabe der gesamten
Gesellschaft sei, „niemals zu vergessen. Zu gedenken. Und dafür zu
sorgen, dass aus Erinnerung Haltung wird. Aus Haltung Widerspruch.
Und aus Widerspruch demokratische Praxis. Damit für immer gilt: Nie
wieder Krieg. Nie wieder Faschismus“, so Babler. Obonya betonte:
„Unmenschlichkeit und Unvermögen zur Empathie. Dagegen müssen wir
weiter ‚an-gedenken‘ und Zeremonien abhalten.“
Babler betonte in seiner Rede, dass in jenem Wald, in dem auch
die Befreiungsfeier stattfand, in den letzten Wochen des Krieges das
Schlechteste im Menschen sichtbar wurde: „Menschen, die durch Hunger,
Zwangsarbeit und Gewalt bereits entkräftet waren, wurden auf
Todesmärschen hierhergetrieben. Viele von ihnen waren Jüdinnen und
Juden aus Ungarn. Tausende kamen aus dem Zeltlager in Mauthausen und
aus Gusen — gezeichnet von Orten, deren Namen bis heute für das
Grauen des Nationalsozialismus stehen“, so Babler, und weiter: „Wir
gedenken heute der Opfer dieses Grauens. Menschen, denen die
Nationalsozialisten zuerst die Würde, dann die Rechte, sogar ihre
Namen und schließlich das Leben genommen haben.“
Obonya plädierte unter Bezugnahme auf ein antisemitisches Plakat,
dass „nur die ständige Wiederholung dieser Rituale der Erinnerung
einigermaßen sicherstellen kann, dass solche Plakate unter Umständen
immer kleiner werden, die rot gefärbten Worte der Ablehnung und des
unterschwelligen Hasses immer blasser werden und vielleicht
irgendwann ein Verständnis dafür herrscht, dass Gedenkzeremonien,
also Rituale, wie dieses hier, in erster Linie der Erinnerung an die
Menschen gewidmet sind, die hier gelitten haben. Und dann, und nicht
nur in zweiter Linie, sondern vor allem, Kraft geben sollen und
müssen für das tatsächliche: Nie wieder!“
FOTOSERVICE: BMWKMS Gedenken Gunskirchen
