Haushalt

85 Euro Strafe trotz Klimaticket

Wien (OTS) – Unübersichtliche Registrierung, schlecht lesbare
Hinweise und
zusätzliche Gebühren: Pendler:innen werden bei der Nutzung von Park-
and-Ride-Anlagen in Niederösterreich unnötig belastet. So sehen das
Mag. Leopold Wagner, stellvertretender Vorsitzender der
Pendlerinitiative Österreich und Fritz Pöltl, Fraktionsvorsitzender
der FCG-ÖAAB-Fraktion in der Arbeiterkammer Wien und Pendlersprecher
für Wien.

In Niederösterreich ist die kostenlose Nutzung von Park-and-Ride-
Anlagen mit gültigem Öffi-Ticket möglich. Dafür muss das Kennzeichen
mit dem Klimaticket verknüpft werden. Bei der Ausfahrt zeigt ein
grünes Licht die erfolgreiche Erkennung an. Leuchtet es jedoch rot,
ist für viele Nutzer:innen nicht klar, was nun zu tun sei. Der
Hinweis auf die notwendige Registrierung beziehungsweise
Nachregistrierung ist schlecht lesbar angebracht, eine entsprechende
Information direkt am Terminal fehlt. „Es ist in Zeiten der
Digitalisierung und Verwaltungsvereinfachung kaum nachvollziehbar,
dass solche Prozesse nicht automatisiert funktionieren“, kritisiert
Wagner. Auch Pöltl sieht dringenden Handlungsbedarf: „Die hohen
Treibstoffpreise belasten Pendler:innen ohnehin massiv. Wenn Menschen
deshalb auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, darf ihnen die
Nutzung von Park-and-Ride nicht durch komplizierte
Registrierungsvorgänge erschwert werden.“

Zwtl.: Rot statt Grün – und später 85 Euro Rechnung

Weder vor Ort noch bei der Zustellung des Klimatickets wird
darauf hingewiesen, dass eine zusätzliche Registrierung notwendig
sein könne. Wer die Registrierung übersieht, kann nach einiger Zeit
eine Forderung von 85 Euro durch APCOA erhalten. Selbst bei bereits
erfolgter Registrierung können neuerliche Halterabfragen und
zusätzliche Bearbeitungsgebühren anfallen. Die Pendlerinitiative
fordert daher eine einfache, transparente und digital unterstützte
Lösung. Kennzeichen und Klimaticket sollten – unter Einhaltung der
datenschutzrechtlichen Vorgaben – automatisiert abgeglichen werden
können. „Digitalisierung sollte Verwaltungswege vereinfachen und
nicht neue Hürden schaffen“, so Wagner. „Wer ein gültiges Klimaticket
besitzt, sollte nicht wegen eines schlecht lesbaren Hinweises
plötzlich mit einer Rechnung über 85 Euro konfrontiert werden.“