Schmidt: „Ehrenamtspreis 2026 würdigt Engagement für Österreichs Sport“

Wien (OTS) – Zum vierten Mal in Folge verleiht das Sportministerium
den
Ehrenamtspreis und zeichnet in hohem Ausmaß engagierte
Sportfunktionär:innen aus. Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt:
„Das ehrenamtliche Engagement ist die tragende Säule im
österreichischen Sport. Die Würdigung der Arbeit der Freiwilligen ist
mir ein besonderes Anliegen. Ich freue mich darauf, die von der Jury
ausgewählten Persönlichkeiten auf der Hauptbühne am Tag des Sports
auszeichnen zu dürfen.“

Der Ehrenamtspreis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert, wird in
sieben Kategorien vergeben und zeichnet Persönlichkeiten aus, die zur
positiven Weiterentwicklung des Sports und des Vereinslebens
beigetragen haben.

Der 1. Preis ist mit jeweils 2.500, der 2. Preis mit 1.500 und
der 3. Preis mit jeweils 1.000 Euro dotiert. Darüber hinaus wird eine
Persönlichkeit für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Auch dieser Preis
ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Preisgelder gehen an den Verein, in
dem die Gewinner:innen tätig sind bzw. waren. Für die erstplatzierten
Vereine werden zusätzlich jeweils 2.500 Euro für ein Vereinsfest zu
Ehren der ausgezeichneten Persönlichkeit vor Ort zur Verfügung
gestellt.

Ausgewählt wurden die Preisträger:innen von einer siebenköpfigen
Jury. Diese setzte sich aus der früheren Tischtennis-Europameisterin
Liu Jia, der 127-fachen ÖFB-Nationalspielerin und ehemaligen
Teamkapitänin Carina Wenninger, Georg Tappeiner von der Pulswerk
GmbH, Sarah Ledermüller von Sport Austria (in Vertretung von
Präsident Hans Niessl), der Olympia-Bronzemedaillen-Gewinnerin im
Schwimmen Mirna Jukić-Berger, der ehemaligen Stabhochspringerin Kira
Grünberg sowie Dieter Brosz (alle drei Sportministerium) zusammen.

Preisträger:innen des Ehrenamtspreises 2026 sind:

Gleichstellung

1. Platz Bilge Kirkgöze – Kampfkunstverein Bongsu Silat

2. Platz Urban Steiner – Sportklub Wilten (Fußball)

3. Platz Claudia Ebert – SV LUV Graz Wetzelsdorf (Fußball)

Inklusion

1. Platz Martin Orth – Wiener Ruderclub Pirat

2. Platz Robert Tryner – Alpenverein Gebirgsverein (Bergwandern)

3. Platz Karl Mayr – Blindsports Austria

Integration

1. Platz Pia Glasebach – Klettern verbindet – Klettern mit Menschen
mit Fluchterfahrung

2. Platz Marco Regensburger – KSV Oberländer Lauscher (Tischtennis)

3. Platz Holger Hassenpflug – Supsportclub Graz (Stand-up-Paddling)

Nachhaltigkeit

1. Platz Wolfgang Ritt – Golfclub Schärding/Maad

2. Platz Dominik Tillich – USC Kirchberg/Altenwörth (Fußball)

3. Platz Jürgen Gumhold – SPORTUNION Tennisklub (Jennersdorf)

Jungfunktionärin

1. Platz Melissa Dintl – SU Beachvolleyballverein Brunn an der Wild

2. Platz Miriam Schwabl – Volleyboi Zell am See

3. Platz Melanie Cecon – Tennisclub Kirchdorf

Jungfunktionär

1. Platz Paul Plott – Judoteam Shiai-Do Union Thermenregion

2. Platz Raphael Unterlechner – Bogensport Mieminger Plateau

3. Platz Felix Eberhard – Bowling Bulls Klagenfurt

Lebenswerk

1. Platz Marianne Niederdorfer – Judoclub Sanjindo Bischofshofen

Short Facts zu den Erstplatzierten:

Bilge Kirkgöze

Bilge Kirkgöze engagiert sich seit 2021 neben ihrem Beruf als
Ärztin für die Kampfkunst Pencak Silat und ist als Trainerin sowie
eine von zwei aktiven internationalen Schiedsrichterinnen in
Österreich tätig. Als Vorbild zeigt sie jungen Frauen, dass sie im
Sport nicht nur als Athletinnen erfolgreich sein können, sondern auch
als Trainerinnen, Schiedsrichterinnen und Funktionärinnen
Verantwortung übernehmen können. Mittlerweile trainiert sie über 60
Mädchen und Frauen aktiv im Verein.

Martin Orth

Martin Orth betrieb Rudern selbst als Leistungssport, bevor er
2019 als Trainer die Betreuung der Parasportler:innen im Wiener
Ruderclub Pirat übernahm. Unter seiner Leitung wuchs das
Inklusionsteam auf mittlerweile 20 Athlet:innen mit
unterschiedlichsten Behinderungen und feierte zahlreiche nationale
sowie internationale Erfolge, etwa eine Silbermedaille bei den World
Rowing Coastal Championships 2025 in Antalya. Seit Herbst 2025 ist er
zudem Para-Referent im Wiener und im Österreichischen Ruderverband.

Pia Glasebach

Der Sportwissenschaftlerin Pia Glasebach fiel auf, dass Menschen
mit Fluchterfahrung in und um Innsbruck kaum Zugang zum Klettersport
hatten – finanzielle und fachliche Hürden machten den Einstieg
schwer. Mit großem persönlichen Einsatz baute sie von der ersten Idee
über die Fördergeld-Akquise bis zur Vereinsgründung den Verein
„Klettern verbindet” auf. Dank ihres Engagements finden mittlerweile
alle zwei Wochen niederschwellige Klettertrainings statt.

Wolfgang Ritt

Als der Golfclub Schärding 2024 nach 30 Jahren Insolvenz anmelden
musste, gründete Wolfgang Ritt den Verein neu und rettete damit den
Standort. Seither entwickelte er den Club konsequent zum ökologischen
Vorzeigemodell – von der Hackschnitzelheizung mit eigenem Baumschnitt
über PV-Anlagen und Pestizidverzicht. Zusätzlich fördert er aktiv die
Artenvielfalt am Platz: Regenwasserteiche dienen als Rückzugsort für
Enten, Frösche und Amphibien, großflächige Blumenwiesen und ein
Insektenhotel bieten Lebensraum für Bienen und Insekten.

Paul Plott

Obwohl er selbst noch mitten in Studium und eigener
Trainerausbildung steht, übernimmt Paul Plott bereits vielfältige
Verantwortung für die Nachwuchsarbeit seines Vereins: 2024 und 2026
schloss er die Ausbildungen zum Übungsleiter und Instruktor ab und
leitet seither eigenständig Trainings für Kinder und Jugendliche. Als
ruhige und verlässliche Bezugsperson begleitet er den Nachwuchs
zusätzlich bei Wettkämpfen und Trainingslagern und ist dabei selbst
weiterhin erfolgreicher Wettkämpfer – 2026 wurde er Vize-
Landesmeister.

Melissa Dintl

Melissa Dintl übernahm bereits mit 18 Jahren Verantwortung als
Jungfunktionärin und hat seither mit Eigeninitiative und
Organisationsstärke viel bewegt. Sie entwickelte ein kleines
Vereinsfest zu einem zweitägigen Volleyballturnier weiter, gründete
eine Damenmannschaft für die 1. Klasse und gewann dafür erfolgreich
Sponsoren, um den Spielbetrieb zu ermöglichen. Schon in jungen Jahren
zeigte sie damit großes Verantwortungsbewusstsein und hat den Verein
maßgeblich zukunftsfit gemacht.

Marianne Niederdorfer

Seit den 1990er-Jahren prägt Marianne Niederdorfer als Trainerin
den österreichischen Judosport und ist seit 2022 bereits 50 Jahre
Mitglied ihres Vereins. Über Jahrzehnte und mehrere Athletinnen-
Generationen hinweg brachte sie zahlreiche Sportler:innen bis ins
österreichische Nationalteam, sowie zu zahlreichen EM- und WM-
Medaillen. Für ihr herausragendes Engagement wurde sie vom
Österreichischen Judoverband bereits zweimal, 2022 und 2023, als
„Trainerin des Jahres” ausgezeichnet. Heute leitet sie die
sportlichen Geschicke von rund 250 Kindern und Jugendlichen in einem
der größten und erfolgreichsten Judovereine Österreichs.