ÖVP und FPÖ stimmen gegen ältestes Jugendzentrum Niederösterreichs

St. Pölten (OTS) – Gestern hat die schwarz-blaue Mehrheit im
Niederösterreichischen
Landtag einen Antrag der Grünen auf Wiederherstellung der
Landesförderung für das Don Bosco Jugendzentrum in Amstetten
abgelehnt. Das älteste Jugendzentrum Niederösterreichs steht damit
vor der endgültigen Schließung – ausgerechnet im Jahr seines 60-
jährigen Bestehens. „Ein 13-Jähriger aus Amstetten, dessen Eltern
beide arbeiten, hat nach der Schule einen Ort, wo er Fußball spielen,
Hausaufgaben machen und mit Sozialarbeiter:innen reden kann. Diesen
Ort gibt es ab September nicht mehr – weil FPÖ-Landesrat Martin
Antauer 50.000 EUR gestrichen hat und ÖVP und FPÖ die Chance
verweigert haben, diesen Fehler zu korrigieren“, kritisiert
Landtagsabgeordneter und Gemeinderat aus Amstetten Dominic
Hörlezeder. Die Stadtgemeinde Amstetten schießt jährlich 20.000 EUR
zu, die Pfarre Herz Jesu stellt Räumlichkeiten und Sportanlagen
unentgeltlich zur Verfügung, Freiwillige organisieren Flohmärkte und
Spendensammlungen. Die gesamte Zivilgesellschaft vor Ort nimmt ihre
Verantwortung wahr – nur das Land Niederösterreich zieht sich zurück.

„Eine Gemeinde mit 24.000 Einwohner:innen stemmt ihren Teil. Eine
Pfarre stemmt ihren Teil. Freiwillige stemmen ihren Teil. Und ein
Bundesland mit 1,7 Millionen Einwohner:innen und einem Budget im
Milliardenbereich hat keine 50.000 Euro übrig für die Sozialarbeit
mit den eigenen Jugendlichen? Das ist sozialpolitisch schlicht nicht
zu rechtfertigen“, so Dominic Hörlezeder. Besonders scharf kritisiert
Dominic Hörlezeder die Haltung der ÖVP: Landesgeschäftsführer Zauner
hatte die Verantwortung für die Förderentscheidung allein an FPÖ-
Landesrat Martin Antauer weitergereicht und erklärt, es handle sich
um „kein landespolitisches Thema“. „Das ist schlicht unwahr. Es ist
und bleibt eine Landesförderung – und es ist Aufgabe der gesamten
Landesregierung, so eine fundamentale Entscheidung gemeinsam zu
verantworten. Wer die Verantwortung hin und her schiebt, zeigt nur,
wie sehr die ÖVP unter dem Pantoffel der FPÖ steht“, so Dominic
Hörlezeder.

Die gesellschaftlichen Folgekosten der Schließung werden ein
Vielfaches der eingesparten Summe betragen – in der Jugendwohlfahrt,
bei der Polizei oder im schlimmsten Fall der Justiz. „Jede Stunde
Sozialarbeit, die heute im Don Bosco mit Jugendlichen passiert,
erspart uns als Gesellschaft später ein Vielfaches. Das wissen wir
nicht aus irgendwelchen politischen Studien, sondern aus seriösen
Evaluierungen der Jugendarbeit der letzten 30 Jahre“, betont Dominic
Hörlezeder. „Wer gestern Nein gesagt hat, hat gegen 60 Jahre Don
Bosco gestimmt, gegen die Stadt Amstetten, die ihren Teil leistet –
und gegen die Jugendlichen, die ab September buchstäblich auf der
Straße stehen. Das ist erbärmlich.“