Wien (OTS) – Seit Einführung der Spritpreisbremse sind die Preise für
Benzin und
Diesel in Österreich günstiger als im EU-Schnitt. Das zeigt sich auch
in den Zahlen des Weekly Oil Bulletins der EU-Kommission: Während die
Preise für Diesel in Österreich im März noch über dem EU-Durchschnitt
lagen, pendelten sie sich ab Mitte April – nach Inkrafttreten der
Spritpreisbremse – darunter ein. „Ein Wegfall würde nicht nur zu
höheren Treibstoffpreisen und höheren Margen für Mineralölkonzerne
führen, sondern auch die Inflationsrate erhöhen“, sagt Matthias
Schnetzer, Chefökonom der AK Wien.
Diese Entwicklung zeigt sich auch im Vergleich mit den
Heizölpreisen (für die die Spritpreisbremse nicht gilt): Die
österreichischen Heizölpreise sind seit der Schließung der Straße von
Hormus weit stärker angestiegen als im EU-Durchschnitt. Lag im
Februar der Bruttopreis von Heizöl noch bei ungefähr 7 Cent pro Liter
über dem EU-Durchschnitt, stieg der Preisunterschied auf derzeit 13
Cent pro Liter. Er ist damit fast doppelt so hoch wie vor Ausbruch
des Irankriegs. Laut aktuellen Zahlen der Statistik Austria sind die
Heizölpreise im April im Vergleich zum April 2025 um fast 63 Prozent
gestiegen.
„Die Regierung muss aktuell alles daransetzen, die Inflationsrate
zu senken, um das Leben der Menschen leistbar zu machen und teure
Zweitrunden-Effekte zu vermeiden. Gezielte Preiseingriffe haben sich
bewährt und sollten nicht aus ideologischen Gründen abgedreht
werden“, so Schnetzer. Er fordert daher, die Preisbremse auch auf
Heizöl auszuweiten: „Da viele Haushalte ihr Heizöl für die kalten
Monate im Frühjahr und Sommer kaufen, bedeutet der hohe Preis eine
finanzielle Belastung und Unsicherheit für die Heizsaison. Heizen
darf nicht zum Luxus werden.“
