Grüne Wien/Huemer: Frauengesundheit darf nicht an fehlenden Kassenärzt:innen scheitern

Wien (OTS) – Anlässlich des morgigen Internationalen Tages der
Frauengesundheit
fordert Barbara Huemer, Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, einen
raschen Ausbau der gynäkologischen Kassenversorgung in Wien. „Frauen
haben ein Recht auf eine wohnortnahe, leistbare und qualitativ
hochwertige Gesundheitsversorgung. Stattdessen erleben viele Frauen
monatelange Wartezeiten, überfüllte Ordinationen oder werden in die
teure Privatmedizin gedrängt. Das ist gesundheitspolitisch
unverantwortlich“, so Huemer.

Die Situation ist alarmierend: Rund 30 Prozent der gynäkologischen
Praxen nehmen keine neuen Patientinnen mehr auf, die
durchschnittliche Wartezeit beträgt 32 Tage. Nur jede fünfte Praxis
im Fachbereich Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Wien ist eine
Kassenordination. Das ergab eine aktuelle Recherche der Grünen auf
praxisplan.at . Konkret verfügen lediglich 89 der insgesamt 444
gelisteten gynäkologischen Praxen über Verträge mit allen Kassen.
Damit hat sich die Versorgungslage gegenüber 2023 weiter
verschlechtert – damals gab es noch einen Kassenanteil von rund einem
Viertel bei insgesamt 380 Ordinationen.

Huemer sieht darin eine massive Verschlechterung der gesundheitlichen
Versorgung von Frauen in Wien: „Immer mehr Frauen stehen vor der
Wahl, monatelang auf einen Termin zu warten oder hunderte Euro privat
bezahlen zu müssen. Gerade bei gynäkologischen Untersuchungen,
Vorsorgeuntersuchungen oder in der Schwangerschaft darf der Zugang zu
medizinischer Versorgung aber keine Frage des Einkommens sein. Wenn
Frauen aus Kostengründen Untersuchungen verschieben oder gar nicht
wahrnehmen, hat das direkte Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Diese
Entwicklung ist gesundheitspolitisch unverantwortlich.“

Huemer kritisiert, dass sich die Gesundheitsversorgung zunehmend in
ein Zwei-Klassen-System entwickle: „Wer es sich leisten kann, bekommt
rasch einen Termin bei Wahlärzt:innen. Alle anderen müssen lange
Wartezeiten, weite Wege oder überfüllte Ambulanzen in Kauf nehmen.
Das trifft insbesondere junge Frauen, Alleinerziehende,
Pensionistinnen und Frauen mit geringem Einkommen. Wien braucht
endlich mehr Kassenstellen in der Gynäkologie statt eines weiteren
Rückzugs aus der öffentlichen Versorgung.“

Laut Regionalem Strukturplan Wien sollen bis 2030 neun
Frauengesundheitszentren entstehen. „In Anbetracht des Mangels an
Kassengynäkologie ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein,
insbesondere, wenn damit keine zusätzlichen neuen Kassenstellen
verbunden sind“, so Huemer abschließend.