Totschnig: Klimawandel erhöht Borkenkäfergefahr

Wien (OTS) – Der trockenste März und April seit Beginn der
Messgeschichte setzen
Österreichs Wäldern zu. Das Niederschlagsdefizit belastet nicht nur
den Grundwasserspiegel und die Landwirtschaft, sondern erhöht auch
die Waldbrandgefahr und schafft ideale Bedingungen für die
Ausbreitung des Borkenkäfers. Der Schwärmflug des sogenannten
Buchdruckers, der bedeutendsten Borkenkäferart in Österreich, ist
bereits in weiten Teilen des Landes in vollem Gange.

Bundesminister Norbert Totschnig: „Der Klimawandel hat Auswirkungen
auf alle Lebensbereiche. Die bereits aufgetretenen Waldbrände und die
steigende Borkenkäfergefahr verdeutlichen die zusätzlichen
Herausforderungen durch den Klimawandel. Die aktuelle Situation
erfordert rasches Handeln. Entscheidend sind die frühzeitige
Erkennung und Bekämpfung sowie aktive Bewirtschaftungsmaßnahmen.
Gleichzeitig müssen wir den Waldumbau hin zu klimafitten Beständen
konsequent weiter vorantreiben.“

Borkenkäfermonitoring
Das österreichische Borkenkäfermonitoring zeigt bereits jetzt eine
hohe Aktivität der Käfer, insbesondere in tieferen Lagen. Dort
treffen sie auf durch Trockenheit geschwächte Bestände. Während sich
die Lage im Süden Österreichs (Osttirol und Westkärnten) im Vorjahr
teilweise entspannte, stiegen die Schäden im östlichen Kärnten,
Nordtirol, Salzburg und Vorarlberg deutlich an. Fachleute warnen
davor, dass sich die Populationen bei anhaltender Trockenheit rasch
weiter ausbreiten könnten.

Beim Borkenkäfermonitoring wirken das Bundesforschungszentrum für
Wald (BFW), die Landesforstdienste und Landwirtschaftskammern mit, um
Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer laufend über die aktuelle
Flugsituation der wichtigsten Borkenkäferarten zu informieren. Die
wissenschaftliche Betreuung und Auswertung des Monitorings erfolgen
durch das BFW. Bei der Datenerhebung sowie der Aufstellung und
Betreuung der Käferfallen unterstützen die Forstdienste und
Forstberater.

Entfernung der betroffenen Bäume essentiell
Um die Gefahr durch Borkenkäfer einzudämmen, ist es wichtig,
regelmäßig nach ersten Anzeichen eines Befalls zu suchen und
betroffene Bäume sowie jene in unmittelbarer Nähe umgehend zu fällen
und aus dem Wald zu transportieren. Frühzeitige Maßnahmen sind
entscheidend, um eine weitere Verbreitung und einen höheren
Befallsdruck in den kommenden Wochen und Monaten zu verhindern.

Zukunftssichere Strategien gegen Borkenkäfer
Langfristig setzt Österreich auf den Umbau der Wälder hin zu
widerstandsfähigen, klimafitten Mischbeständen. Im Rahmen des
Waldfonds wurden bereits Aufforstungen auf rund 11.600 Hektar mit 29
Millionen klimaangepassten Forstpflanzen unterstützt. Insgesamt
wurden durch den Waldfonds österreichweit bereits 36.500 Hektar Wald
aufgeforstet oder gepflegt.

Weiterführende Informationen
Das Borkenkäfer-Monitoring www.borkenkaefer.at zeigt aktuelle
Fangzahlen in Monitoringfallen sowie den aufgrund der
meteorologischen Bedingungen berechneten Entwicklungsfortschritt (
Modell PHENIPS).

Das Borkenkäfer-Dashboard https://ifff-
riskanalyses.boku.ac.at/borkenkaefer_dashboard.htm bietet neben
Informationen zu Entwicklungsfortschritt und Trockenheitssituation
auch Details zur Anfälligkeit der Waldbestände für Borkenkäferbefall.