„Fest der Freude“: Über 10.000 Menschen setzten am 8. Mai ein Zeichen für Erinnerung und Verantwortung

Wien (OTS) – Tausende Teilnehmer:innen folgten am 8. Mai 2026 der
Einladung des
Mauthausen Komitees Österreich (MKÖ) zum Fest der Freude am Wiener
Heldenplatz. Im Zentrum stand heuer der Themenschwerpunkt „Täter und
Täterinnen im Nationalsozialismus“. Höhepunkt des Abends war die Rede
der Zeitzeugin Lucy Waldstein. Musikalisch gestaltet wurde das Fest
von den Wiener Symphonikern unter der Leitung von Ingo Metzmacher,
gemeinsam mit Sopranistin Eleanor Lyons und der österreichischen
Künstlerin Magda. ORF III übertrug den Festakt, zusätzlich wurde die
Veranstaltung international via YouTube-Livestream zugänglich
gemacht.

81 Jahre nach dem Ende des NS-Terrorregimes setzten über 10.000
Menschen beim Fest der Freude ein starkes Zeichen gegen das Vergessen
und für eine demokratische, friedliche Zukunft. Gemeinsam mit
Überlebenden, Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft sowie
zahlreichen Besucher:innen wurde der 8. Mai als Tag der Befreiung vom
Nationalsozialismus am Wiener Heldenplatz begangen.

Das Mauthausen Komitee Österreich veranstaltete das Fest der
Freude bereits zum 14. Mal und rückte 2026 die Auseinandersetzung mit
„Tätern und Täterinnen im Nationalsozialismus“ in den Mittelpunkt.
Damit wurde ein bewusster Fokus auf Verantwortung, Mitwirkung und die
gesellschaftlichen Mechanismen gelegt, die die
nationalsozialistischen Verbrechen ermöglicht haben.

Traditionell eröffneten Bundespräsident Dr. Alexander Van der
Bellen und MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi den Festakt. Mernyi betonte
in seiner Ansprache die Bedeutung einer aktiven Erinnerungskultur:
„Erinnern heißt, Verantwortung zu übernehmen. Wer verstehen will, wie
es zu den Verbrechen des Nationalsozialismus kommen konnte, muss sich
auch mit den Täterinnen und Tätern auseinandersetzen. Gerade heute
ist es entscheidend, wachsam zu bleiben und demokratische Werte zu
verteidigen.“

Eindrucksvolle Zeitzeugin: Lucy Waldstein
Im Zentrum des Abends stand die Rede von Lucy Waldstein, die als Kind
1938 aus Wien fliehen musste. In ihrer persönlichen und bewegenden
Ansprache schilderte sie Erfahrungen von Flucht, Verlust und
Neubeginn und spannte den Bogen von ihrer eigenen Geschichte zur
Gegenwart. Ihre Botschaft war klar: Erinnerung ist keine
rückwärtsgewandte Übung, sondern eine Verpflichtung für die Zukunft.

Musik als verbindendes Element
Die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Ingo Metzmacher
gestalteten ein vielseitiges Konzertprogramm mit Werken von Franz
Schreker, Bohuslav Martinů, Richard Strauss, Kurt Weill und weiteren
Komponisten. Besondere Akzente setzten die Sopranistin Eleanor Lyons
sowie die österreichische Künstlerin Magda, die mit ihren
Interpretationen zeitgenössische Perspektiven in das Programm
einbrachte.

Traditionell fand das Fest der Freude seinen Abschluss mit der
„Ode an die Freude“ aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie – als
kraftvolles musikalisches Zeichen für Freiheit, Frieden und
europäische Verständigung.

Das Fest der Freude 2026 ist auf dem YouTube-Kanal des Mauthausen
Komitees Österreich abrufbar. Die TV-Übertragung ist zudem in der ORF
-TVthek als Video-on-Demand verfügbar.

Weitere Informationen:

– Presseunterlagen und Fotos zum Download

– Informationen zum Fest der Freude

– Informationen zu den Gedenk- und Befreiungsfeiern 2026