Wien (OTS) – „Kreislaufwirtschaft – also Ressourcen wiederverwerten
statt
produzieren, nutzen und wegwerfen – stärkt Österreichs Umwelt,
Wirtschaft und Ressourcen-Unabhängigkeit. Umso wichtiger ist es, dass
wir die heimische Innovationskraft und Vorreiterposition in diesem
Bereich ausbauen. Mit dem ‚Team Kreislaufwirtschaft‘ zünden wir den
Turbo, um zahlreiche Projekte in den Regionen zu realisieren“,
betonen Bundesminister Peter Hanke und Bundesminister Norbert
Totschnig anlässlich des Circular Economy Summit Austria 2026 (CESA26
) in Graz.
Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik,
Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft nützen den Summit, um
sich zu vernetzen, Ideen auszutauschen und Wirtschaftskreisläufe zu
optimieren. Darunter etwa ESA-Astronautin Carmen Possnig, WKO
Steiermark Vizepräsidentin Gabriele Lechner und Bundesminister
Norbert Totschnig. Ein „Walk of Opportunities“ bietet Gästen eine
kuratierte Austauschfläche für die Umsetzung innovativer Forschung
und Skalierung von Pilotprojekten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer
haben zudem die Möglichkeit, sich direkt mit Vertreterinnen und
Vertreter unterschiedlicher Organisationen auszutauschen, neue
Kooperationen anzustoßen und mehr über aktuelle Aktivitäten oder
Fördermöglichkeiten rund um Kreislaufwirtschaft zu erfahren.
Hanke: Ressourcenwende ist keine Option, sondern Notwendigkeit
„Die gezielte Wiederverwendung von Stoffen senkt Kosten und
reduziert die Abhängigkeit von Lieferanten. Gleichzeitig werden
Innovation gefördert und nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen. Die
Ressourcenwende ist also keine Option, sondern eine Notwendigkeit für
unsere wirtschaftliche und ökologische Resilienz und für die
Sicherung des Wirtschaftsstandorts. Österreichs Kommunen sind sehr
innovativ, es gibt bereits zahlreiche Best practice Beispiele. Ziel
des ‚Team Kreislaufwirtschaft‘ ist es, weitere Ideen zu realisieren,
praxiserprobte Lösungen flächendeckend nutzbar zu machen und einen
Wissensaustausch zwischen Gemeinden zu ermöglichen“, betont
Bundesminister Peter Hanke.
Totschnig: 2,3 Mio. Euro für „Team Kreislaufwirtschaft“ aus GAP
„Wir fördern das ‚Team Kreislaufwirtschaft‘ mit 2,3 Mio. Euro bis
2029 aus Mitteln der Gemeinsamen Agrarpolitik und ermöglichen
Gemeinden damit einen Zugang zu Beratung und Begleitung bei der
Umsetzung von kommunalen Kreislaufprojekten. Damit tragen wir
maßgeblich zur Umsetzung der österreichischen
Kreislaufwirtschaftsstrategie bei und stärken Kommunen als zentrale
Akteure für Ressourcenschonung, regionale Resilienz und lokale
Wertschöpfung. Wer Ressourcen sparsam einsetzt, handelt
verantwortungsvoll für nächste Generationen. Kreislaufwirtschaft ist
aktiver Umweltschutz“, hält Bundesminister Norbert Totschnig fest und
bedankt sich bei den Kooperationspartnern Ressourcen Forum Austria,
Circular Economy Forum Austria, Klimabündnis Österreich und Verein
Klima-Modellregionen Österreich.
Astronautin Carmen Possnig: Wir perfektionieren
Kreislaufwirtschaft
Die Tiroler Medizinerin und ausgebildete Astronautin Carmen
Possnig eröffnet den Circular Economy Summit Austria 2026 mit einer
Keynote, die den Blick weitet: auf den verantwortungsvollen Umgang
mit begrenzten Ressourcen und was resiliente Systeme wirklich
ausmacht. Als Ärztin, Raumfahrtforscherin, Teilnehmerin an
Forschungsmissionen in der Antarktis und in der Vorbereitung auf
künftige Weltraummissionen bringt sie Erfahrungen aus Lebens- und
Arbeitswelten mit, in denen Unsicherheit, Enge und gegenseitige
Abhängigkeit zum Alltag gehören. Gerade für Regionen liegt darin eine
wesentliche Zukunftsfrage: Wie können sie mit begrenzten Ressourcen
und wachsendem Veränderungsdruck resilient und lebenswert bleiben?
„Das gelingt vor allem dort, wo systemisch gedacht,
verantwortungsvoll gehandelt und Zusammenarbeit neu organisiert
wird“, so Possnig und betont, dass Kreislaufwirtschaft in Raumfahrt
und Medizin längst selbstverständlich ist: „Es geht darum, Ressourcen
klug zu nutzen und Systeme so zu gestalten, dass sie auch unter Druck
tragfähig bleiben. Eine Mars-Mission würde drei Jahre dauern.
Wasser, Sauerstoff, Medikamente und Nahrung müssten so lange
ausreichen. Also geht es darum, unter anderem Wasser effizient zu
nutzen. Das System, das auf der Internationalen Raumstation ISS
läuft, verwertet bereits 90 Prozent des Wassers wieder. Das wird
inzwischen in kleinen Oasenstädtchen in Marokko und Algerien
angewendet. Ein Kollege versucht, mit Algen und Bakterien Nahrung und
Sauerstoff herzustellen. Das sind alles Techniken, die auch auf der
Erde Einsatz finden können.“
Lechner: Potenzial von Kreislaufwirtschaft heben
„Nachhaltige Geschäftsmodelle sind essenziell für die
langfristige wirtschaftliche Stärke und den Wohlstand in Österreich.
Kreislaufwirtschaft ist ein zentrales Instrument für eine gute uns
lebenswerte Zukunft“, betont auch Gabriele Lechner, Vizepräsidentin
der Wirtschaftskammer Steiermark. Entscheidend sei, die Vorteile von
Wirtschaftskreisläufen aufzuzeigen: „Geringere Kosten, höhere
Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit, neue Geschäftsmöglichkeiten,
Schaffung von Arbeitsplätzen – das Potenzial ist groß. Wir müssen es
aber heben“, verweist Lechner auf ein Positionspapier der WK
Steiermark, in dem die Forcierung von Kreislaufwirtschaft für
regionale Betriebe ein zentraler Punkt ist.
Best Practice Beispiele: Kreislaufwirtschaft voneinander lernen
„Österreichische Unternehmen zeigen bereits heute, wie innovativ
Kreislaufwirtschaft umgesetzt werden kann. Beispiele wie ANDRITZ,
Infineon oder voestalpine zeigen, wie viel Know-how und
Umsetzungskraft vorhanden sind. Jetzt gilt es, daraus Breite, Wirkung
und Standortstärke zu machen“, verweist Karin Huber-Heim, Präsidentin
des Circular Economy Forum Austria, auf Praxisbeispiele, die auch am
Summit vertreten sind. Regional wirksam werden diese Ansätze dort, wo
bestehende Systeme neu organisiert werden:
– Etwa bei den steirischen Ressourcenparks, die klassische
Abfallsammlung zu moderner Infrastruktur für Kreislaufwirtschaft
weiterentwickeln.
– Oder auch kreislauffähigen Lösungen für Bauwirtschaft und
Mobilität.
– Mit dem FTI-Leitprojekt KRAISBAU wird sichtbar, wie zirkuläres
Bauen und der intelligentere Einsatz von Materialien den
Ressourcenverbrauch senken können.
– ÖBB 360° schafft neue Zugänge zu Shared Mobility und regionalen
Mobilitätslösungen rund um den Schienenverkehr.
Solche Beispiele zeigen, wie Kreislaufwirtschaft mit klugen
Infrastrukturen, effizienterer Nutzung und neuer regionaler
Wertschöpfung zur Zukunftsfähigkeit von Regionen beiträgt.
Der Circular Economy Summit Austria ist Teil des Team
Kreislaufwirtschaft und wird aus Mitteln der gemeinsamen Agrarpolitik
von Bund, Ländern und Europäischer Union gefördert.
Weitere Infos unter: https://circulareconomysummit.at
Fotos: https://www.picdrop.com/pgp/h9fAmGWAYt (Fotograf:
CESA26/Paul Gruber)
