Wien/Hannover (OTS) – Das Leuchtturmprojekt PASSAT bringt den
Digitalen Produktpass (DPP)
in die industrielle Praxis und zeigt erstmals einen konkreten
österreichischen Anwendungsfall auf internationaler Bühne: Gemeinsam
präsentieren Salzburg Research, Atomic Austria und Wintersteiger auf
der Hannover Messe 2026 einen innovativen Showcase für den Skisektor.
Im Rahmen des IMXC-Showcases (International Manufacturing-X
Council) demonstrieren die Projektpartner, wie der Digitale
Produktpass eine sichere und vertrauenswürdige Datennutzung entlang
einer Wertschöpfungskette ermöglicht. Der DPP bildet den gesamten
Lebenszyklus eines Paar Ski digital ab – von der Herstellung im
Pongau über Service und Nutzung auf nationalen und internationalen
Pisten bis hin zur Wiederverwertung. Am Ski wird konkret sichtbar,
wie Produktionsdaten, Servicehistorie und Nutzungsinformationen
strukturiert erfasst und für berechtigte Akteur:innen zugänglich
gemacht werden.
Zwtl.: Vom österreichischen Forschungsprojekt auf die Piste und das
internationale Parkett
Bereits zum Projektstart von PASSAT im Februar 2025 wurden klare
Ziele definiert: Unternehmen in Österreich frühzeitig auf die
Anforderungen des Digitalen Produktpasses vorzubereiten und neue
Potenziale für nachhaltige Geschäftsmodelle zu erschließen. Ein
konkreter Use Case aus der Skiindustrie zeigt nun, wie diese
Zielsetzung in die Praxis umgesetzt wird: Der Ski wird über seinen
Lebenszyklus digital erfasst und liefert die Datenbasis für ein
durchgehendes Qualitätsversprechen, Langlebigkeit und
Wiederverwendbarkeit.
Der Demonstrator bei der Hannover Messe 2026 veranschaulicht, wie
digitale Produktpässe Serviceprozesse effizienter gestalten: Bei der
Wartung, etwa durch automatisierte Systeme von Wintersteiger, können
produktspezifische Parameter direkt aus dem Produktpass abgerufen
werden. Das ermöglicht präzisere, schnellere und
ressourcenschonendere Abläufe. Gleichzeitig werden alle
durchgeführten Arbeiten im Produktpass dokumentiert, wodurch eine
lückenlose und transparente Produkthistorie entsteht. Die optimierte,
datengestützte Wartung ermöglicht auch die Sicherstellung der
Produktqualität zum Vorteil von Skifahrer:innen oder Skischulen.
Zwtl.: Mehrwert für Industrie und Kreislaufwirtschaft
Neben Prozessoptimierungen bildet der Digitale Produktpass die
Grundlage für neue datenbasierte Anwendungen, beispielsweise im
Rental-Bereich, zur Unfallprävention oder bei der Wiederaufbereitung
von Produkten. Besonders im Fokus steht die Unterstützung zirkulärer
Geschäftsmodelle: Durch die strukturierte Verfügbarkeit von Daten
können Produkte länger genutzt, gezielt wiederverwendet und
Recyclingprozesse optimiert werden.
„Mit dem PASSAT-Showcase zeigen wir, wie digitale Produktpässe in
der Praxis funktionieren – vom Herstellungsprozess bis zum Service
und zur Wiederverwertung. Unser Fokus liegt darauf, Daten so zu
sammeln, dass sie für Unternehmen echten Mehrwert schaffen und neue
Geschäftsmodelle für eine nachhaltige Produktnutzung ermöglichen“,
betont Felix Strohmeier von Salzburg Research . Salzburg Research
begleitet im PASSAT-Projekt Atomic Austria und Wintersteiger bei der
Umsetzung des Vorhabens.
Zwtl.: Starke Partnerschaft unter Führung des AIT
PASSAT wird vom AIT Austrian Institute of Technology geleitet und
vereint insgesamt 21 Partner aus Industrie, Forschung und Netzwerken
aus Österreich und Deutschland. Diese interdisziplinäre
Zusammenarbeit ermöglicht es, technologische, regulatorische und
wirtschaftliche Aspekte des DPP ganzheitlich zu adressieren und
praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.
„Wir freuen uns, dass ein Use Case aus Österreich auf der Hannover
Messe internationale Sichtbarkeit erhält. Das unterstreicht den
Anspruch von PASSAT, den Digitalen Produktpass rasch in die
industrielle Praxis zu überführen und zeigt zugleich die Stärke
Österreichs im Bereich datengetriebener, nachhaltiger
Wertschöpfungsketten“, ergänzt Helmut Leopold, Head of Center for
Digital Safety & Security am AIT Austrian Institute of Technology .
Wichtig ist den Projektpartnern auch die Anknüpfung an
internationale Standards: bei PASSAT setzt man auf Data Spaces als
technisches Fundament: „Digitalisierung und der DPP beschäftigen
produzierende Unternehmen in ganz Europa. Für uns ist wichtig, dass
Österreich internationale Standards nutzt und diese auch mit
heimischem Knowhow weiterentwickelt. Die Anknüpfung an „Manufacturing
-X“ & Co. ist für uns ein wichtiges Prinzip für die
Projektumsetzung.“ merkt Roland Sommer, Geschäftsführer der
österreichischen Plattform Industrie 4.0 an.
Zwtl.: International sichtbar
Der Showcase ist Teil des internationalen IMXC-Demonstrators auf
der Hannover Messe, der zeigt, wie Daten entlang globaler
Wertschöpfungsketten sicher und vertrauenswürdig genutzt werden
können.
HANNOVER MESSE 2026
20.–24. April 2026
Halle 13, Stand C24
Weitere Informationen zum Projekt PASSAT:
PASSAT wird durch das österreichische Bundesministerium für
Innovation, Mobilität und Infrastruktur in Zusammenarbeit mit der
Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie des
deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)
und des Projektträgers DLR (DLR-PT) gefördert.
Zwtl.: Über die Plattform Industrie 4.0 Österreich
Die Initiative hat sich seit ihrer Gründung 2015 durch das
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI)
gemeinsam mit den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden zu einem
etablierten Kompetenzträger zum Thema Industrie 4.0 entwickelt. Der
Verein setzt Aktivitäten, um eine dynamische Entwicklung des
österreichischen Produktionssektors zu sichern, Forschung, Innovation
und Qualifikation zu forcieren und zu einer qualitätsvollen
Arbeitswelt sowie zu einem hohen Beschäftigungsniveau beizutragen.
Das Ziel ist, die neuen technologischen Entwicklungen und
Innovationen der Digitalisierung bestmöglich für Unternehmen und
Beschäftigte zu nutzen und den Wandel für die Gesellschaft
sozialverträglich zu gestalten. www.plattformindustrie40.at
