Pilotprojekt zum AI Act: Erste KI-generierte juristische Publikation Österreichs zeigt Potential und Zukunft generativer Fachtext-KI

Wien (OTS) – Künstliche Intelligenz verändert nicht nur die Art, wie
Texte
entstehen und bearbeitet werden. Sie verändert auch die
Rahmenbedingungen wissenschaftlichen Publizierens. Mit dem neuen
Forschungsprojekt „Smart.Recht. KI-Verordnung einfach erklärt“ werden
die Möglichkeiten und Grenzen generativer künstlicher Intelligenz bei
der Analyse, Strukturierung und Aufbereitung juristischer Inhalte
aufgezeigt. Im Zentrum des Projekts steht eine rund 600 Seiten
umfassende Publikation zur EU-KI-Verordnung (AI Act) , die erstmals
vollständig mit generativer KI erstellt wurde. Die Idee stammt von
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Zankl, Vorstand des Instituts für digitale
Transformation und künstliche Intelligenz der SFU Wien | Berlin, der
das Projekt auch leitet. Unterstützt und veröffentlicht wird es vom
juristischen Fachverlag MANZ . Damit wird das Ziel verfolgt, die
komplexen Vorgaben der KI-Verordnung auch für nicht darauf
spezialisierte Jurist:innen und interessierte Leser:innen
aufzubereiten und so einen Beitrag zur Demokratisierung des Rechts zu
leisten.

Die Publikation dient dabei als konkretes Fallbeispiel für eine
Reihe grundlegender Fragen wie etwa:

– Wie entstehen juristische Werke in Zukunft?

– Welche Aufgabe hat ein Fachverlag in einer zunehmend
automatisierten Welt?

– Können Texte, die mit generativer KI erstellt werden,
urheberrechtlich relevant sein?

Zwtl.: KI-Verordnung klar und präzise aufbereitet

Die KI-Verordnung der Europäischen Union markiert einen
Meilenstein der europäischen Regulierung und bringt mit ihrer
Komplexität zugleich neue Herausforderungen für Jurist:innen,
Unternehmen und Behörden. Die vorliegende Publikation verfolgt dabei
einen anderen Ansatz als ein klassischer Kommentar und konzentriert
sich mehr auf allgemein leichte Verständlichkeit als auf vollständige
Quellenauswertung.

Zwtl.: KI im Einsatz bei juristischen Publikationen

Für die Erstellung der Publikation wurde generative KI erstmals
gezielt eingesetzt , gesteuert durch einen strukturierten und
rechtswissenschaftlich basierten Masterprompt. Soweit dieser keine
brauchbaren Ergebnisse erbracht hat, wurde nicht manuell
nachbearbeitet, sondern durch Reprompts Klarheit geschaffen.
Vorgegeben wurde dem Programm (ChatGPT) ausschließlich der Text der
Verordnung, die gesetzgeberischen Erwägungsgründe und die Leitlinien
der EU-Kommission. Externe Literatur und Judikatur wurden
ausgeschlossen, um eine eigenständige, quellentreue Auslegung zu
gewährleisten und das Halluzinieren weitgehend auszuschließen. Die
Ergebnisse wurden anschließend automatisiert formatiert und einer
juristischen Plausibilitätskontrolle unterzogen: Rund 95 Prozent der
Texte waren dabei direkt verwendbar. So entstand eine klar
strukturierte Publikation, die auf juristisch präziser Methodik
beruht und zugleich für eine breitere Leserschaft verständlich bleibt
– ein kombinierter Ansatz aus KI-gestützter Texterstellung,
juristischer Expertise und automatisierter Formatierung.

Zwtl.: Rolle von Autor:innen und Verlagen in der Zukunft

Das Projekt versteht sich bewusst als wissenschaftliches
Experiment, das auch zeigt, dass und wie KI-generierte Texte bei
qualifiziertem schöpferischem Einfluss auch urheberrechtlich relevant
sein können. „Für einen Fachverlag stellt sich nicht die Frage, ob KI
das Publizieren verändert, sondern wie wir diese Veränderung aktiv
gestalten. Wer juristisches Wissen publiziert, muss verstehen, wie es
künftig entsteht. Autor:innen bringen Erfahrung, Fachwissen und
wissenschaftliche Sorgfalt ein und bleiben Instanzen juristischer
Expertise. Fachverlage bündeln Expertise, sichern Qualität und
stellen Wissen in einen verlässlichen Kontext“, so Peter
Guggenberger, Geschäftsführer von MANZ.

Auch aus wissenschaftlicher Perspektive eröffnet das Projekt neue
Einblicke in den Umgang mit KI im Recht: „Es ist mit KI gelungen,
eine leicht verständliche Erklärung des komplizierten Artificial
Intelligence Act mit zahlreichen Beispielen zu verfassen“, fügt Zankl
hinzu. In Geleitworten zur Publikation heben Harald Leitenmüller ,
Chief Technology Officer bei Microsoft Österreich, und Klaus
Steinmaurer , Geschäftsführer des Fachbereichs Telekommunikation und
Post der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, zudem die rechts-
und demokratiepolitische Bedeutung einer verständlichen Vermittlung
komplexer juristischer Themen für eine breite Öffentlichkeit hervor.

Die Ergebnisse des Projekts geben Impulse für die Diskussion über
den Umgang mit KI-generierten Inhalten im Recht und im
wissenschaftlichen Publizieren.

Die Publikation kann unter folgendem Link kostenlos
heruntergeladen werden: manz.at/smart.recht .