Karner-Kremser/Hanke (SPÖ) ad 8.März : Feministische Politik bleibt Motor für Freiheit, Sicherheit und gleiche Chancen

Wien (OTS) – Waltraud Karner-Kremser, SPÖ-Gemeinderätin und
Landtagsabgeordnete
sowie Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für Wohnen, Wohnbau und
Frauen, und Marina Hanke, SPÖ-Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete,
dritte Gemeinderatsvorsitzende und Frauensprecherin des Roten
Rathausklubs, betonen am heutigen 8. März, dem Weltfrauentag (oder
auch feministischer Kampftag genannt): Wien ist Stadt der Frauen –
und arbeitet Tag für Tag daran, diese Stärke auszubauen.

Aus der Arbeiter*innenbewegung geboren: Der 8. März ist kein
Ritual, sondern Auftrag
Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, wird sichtbar, woher
feministische Kämpfe kommen – und wohin sie führen müssen. Der Tag
wurzelt in der Arbeiter*innenbewegung, im Ringen um Wahlrecht,
Gleichberechtigung und soziale Absicherung und im Kampf gegen das
Patriarchat. Am 19. März 1911 organisierten sozialdemokratische
Frauen in Österreich erstmals einen „Frauentag“ und folgten damit dem
Beschluss der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in
Kopenhagen. In Wien zogen 1911 rund 20.000 Frauen über die Ringstraße
bis zum Rathaus – mit klaren Forderungen: Mutterschutz,
Sozialversicherung, Schutz am Arbeitsplatz, gleiche Rechte und das
Frauenwahlrecht. Karner-Kremser hält fest: „Diese Haltung trägt Wien
bis heute – weil gleiche Rechte niemals ein Selbstläufer sind.“ Hanke
ergänzt: „Feminismus ist Alltagsarbeit – in Gesetzen, Budgets,
Quoten, Angeboten und einer Stadt, die Frauen Rückenwind gibt.“

Auch dieses Jahr erinnert uns der Tag an all die
Ungerechtigkeiten und Probleme, die auch heute noch zu bekämpfen
sind: Rechte Mächte versuchen europaweit Frauen zurück in alte
Rollenbilder zu drängen, wollen Abtreibungen abschaffen und
Selbstbestimmung vermindern. Hanke und Karner-Kremser halten auch
hier dagegen und betonen die außergewöhnliche Frauenarbeit, die die
Stadt Wien leistet.

Zahlen, die weh tun
Jede dritte Frau in Österreich ab 15 Jahren hat bereits körperliche
oder sexuelle Gewalt erlebt. Laut Statistik Austria* waren 761.786
Frauen ab 15 Jahren Opfer körperlicher Gewalt (23,47 Prozent),
beinahe gleich viele erlebten sexuelle Gewalt (23,75 Prozent).
Insgesamt waren 1.119.934 Frauen zwischen 18 und 74 Jahren von
mindestens einer dieser Gewaltformen betroffen – 34,5 Prozent.
282.480 Frauen ab 15 Jahren (8,7 Prozent) wurden bereits
vergewaltigt. Stalking betraf jede fünfte Frau zwischen 18 und 74
Jahren, also fast 710.000 Betroffene. 736.613 Frauen erlebten
sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – mehr als jede vierte Frau, die
zumindest einmal erwerbstätig war

Hanke dazu: „Hinter jeder Zahl steht ein Leben, das eingeschränkt
wird – durch männliche Angstmache, Druck, Kontrolle oder Gewalt.
Deswegen kämpfen wir jeden Tag für alle Frauen unserer Stadt.“

Karner-Kremser unterstreicht: „Wer Gleichstellung ernst meint,
schützt Frauen. Schutz entsteht durch Strukturen, verlässliche Hilfe
und eine Stadt, die hinschaut.“

Auch Wien zeigt, wie groß der Bedarf ist: 2024 verzeichnete der
24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien (+43 1 71719) 9.824
Beratungskontakte. Zusätzlich fanden 2023 insgesamt 771 Frauen und
630 Kinder in fünf Wiener Frauenhäusern Schutz; 77.626
Aufenthaltstage, 228 Plätze für Frauen und Kinder sowie 54 Plätze in
Übergangswohnungen stehen zur Verfügung (Verein Wiener Frauenhäuser).

Karner-Kremser betont: „Ein Notruf, ein Frauenhausplatz, eine
Erstberatung – das sind oft Minuten, die über Sicherheit entscheiden.
Wien lässt niemanden allein.“

Hanke ergänzt: „Vertraulich, anonym, mehrsprachig: Hilfe muss
erreichbar sein, wenn die Gefahr in Form von Tätern allgegenwärtig
ist.“

Wien handelt umfassend: Feministische Politik heißt auch Arbeit,
Gesundheit, Wohnen, Stadtgestaltung
Wien setzt auf umfassende konkrete Unterstützung:
arbeitsmarktpolitische Instrumente wie die Frauenarbeitsstiftung in
Koooperation mit dem waff, kostenlose Kindergärtenplätze, die
Ganztagesschule, oder Projekte wie die Rote Box.

Hanke stellt klar: „Frauenpolitik ist weit mehr als Gewaltschutz.
Es geht um wirtschaftliche Unabhängigkeit, gute Jobs, faire
Bezahlung, Gesundheitsversorgung, leistbares Wohnen – und um eine
Stadt, die Frauen nicht einengt, sondern bei jedem benötigten Schritt
unterstützt.“

Karner-Kremser ergänzt: „Wer weibliche Lebensqualität ernst
nimmt, gestaltet Wien so, dass Mädchen und Frauen selbstbestimmt Wege
gehen können – mit Kinderbetreuung, Bildungswegen, Schutz, Raum und
echter Teilhabe.“

Auch in der aktuellen Budgetkonsolidierung bleibt die Linie
eindeutig: keine Einsparungen beim Gewaltschutz, bei Frauengesundheit
oder bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wiener
Frauenhäuser, Gewaltschutzvereine und der 24-Stunden-Frauennotruf
bleiben aufrecht. Gleichzeitig stärkt Wien Programme, die Teilhabe
fördern und den Standort absichern: die Frauenarbeitsstiftung, MINT-
Ausbildungsförderungen, Joboffensive 50+, Wiener Töchtertag,
Frauenwoche sowie Initiativen für Mädchen wie „Mädchen feiern
Technik“.

Karner-Kremser dazu: „Wien beweist, dass Gleichstellung kein
Luxus ist. Soziale Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität gehen
Hand in Hand.“

Hanke betont: „Bei Frauen zu sparen heißt, am Fundament zu
rütteln. Eine gerechte Stadt lässt niemanden zurück, investiert in
feministische Initiativen und unterstützt Frauen in allen
Lebenslagen.“

Im Gesundheitsbereich setzt Wien zusätzliche Akzente: Das
Frauengesundheitszentrum bietet vertrauliche, niederschwellige
Beratung in mehreren Sprachen. FEM Med am Reumannplatz ist seit
November 2023 eine kostenlose Anlaufstelle für Frauen und Mädchen –
ohne Termin, unabhängig von Versicherungs- oder Aufenthaltsstatus.

Hanke sagt: „Eine gute Gesundheitsversorgung darf kein Privileg
sein. FEM Med zeigt, wie solidarische Versorgung aussieht: offen,
kompetent, ohne Hürden.“

Karner-Kremser ergänzt: „Frauengesundheit heißt ernst nehmen, was
lange überhört wurde – und Angebote schaffen, die wirklich ankommen.“

Männer in die Pflicht: Feminismus braucht Verbündete, nicht
Zuschauer
Gleichstellung gelingt nur, wenn auch Männer Verantwortung übernehmen
– im Privaten, im Beruf, im öffentlichen Raum. Dazu gehört:
Betroffenen glauben, zuhören, nicht relativieren. Führungskräfte
müssen Lohngerechtigkeit vorantreiben. Sexistische Sprüche und
gewaltvolle Sprache dürfen nicht durchgewunken werden. Bei
Belästigung zählt Zivilcourage. Care-Arbeit gehört fair geteilt und
Räume sollen so verteilt sein, dass Frauenstimmen nicht untergehen.

Karner-Kremser formuliert es so: „Feminismus ist nicht nur ein
Frauenthema. Wer Gleichstellung will, muss im eigenen Alltag anfangen
– im Haushalt, im Team, im Freundeskreis.“

Hanke ergänzt: „Solidarität zeigt sich im Moment der
Entscheidung: Wegschauen oder eingreifen. Schweigen oder
widersprechen. Mittragen oder blockieren. Frauen fördern, oder
übergehen.“

Auch unbezahlte Sorgearbeit bleibt ein Schlüsselthema: Letzte
Woche war der Equal Care Day. An diesem Tag wird sichtbar, wie viel
unbezahlte Arbeit Frauen täglich leisten. In Österreich liegt der
Gender Overall Care Gap bei 71 Prozent. Frauen leisten im Schnitt 3
Stunden 48 Minuten unbezahlte Care-Arbeit pro Tag, Männer 2 Stunden
14 Minuten. Selbst bei Betrachtung jener Personen, die Care-Arbeit
leisten, bleibt eine Lücke von 43 Prozent. Echte Gerechtigkeit
entsteht erst, wenn Arbeit auch zu Hause fair verteilt wird.

Waltraud Karner-Kremser und Marina Hanke halten gemeinsam fest:
„Wien ist Stadt der Frauen – weil feministische Politik hier nicht
dekoriert, sondern gestaltet. Wir schützen, wir stärken, wir
investieren. Schritt für Schritt machen wir das gute Leben in Wien
noch lebenswerter: solidarisch, gerecht und mit klarer Haltung für
Gleichstellung.“

*Statistik ist hier zu finden:
https://www.wien.gv.at/frauen/gewalt-an-frauen-zahlen

(schluss)ip