PVÖ warnt vor deutlich steigender Altersarbeitslosigkeit

Wien (OTS) – Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen einen deutlichen
Anstieg der
Arbeitslosigkeit älterer Menschen in Österreich. Der
Pensionistenverband Österreichs sieht darin eine alarmierende
Entwicklung und fordert verstärkte Anstrengungen aller
Verantwortlichen, um Altersarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen.

„Wer in Österreich über 50 arbeitslos wird, hat es besonders
schwer, wieder Fuß zu fassen. Für viele wird Arbeitslosigkeit im
letzten Abschnitt des Erwerbslebens zur Vorstufe von Altersarmut. Das
dürfen wir als Gesellschaft nicht hinnehmen“, betont PVÖ-Präsidentin
Birgit Gerstorfer.

Frauen über 50 besonders betroffen
Die Arbeitslosenquote ist bundesweit auf 8,8 Prozent gestiegen,
während die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen im
Jahresvergleich deutlich zurückgegangen ist. Besonders betroffen sind
Menschen über 50, aktuell mit über 100.000 Betroffenen – mit klar
steigender Tendenz und überdurchschnittlich vielen Frauen.

27.000 Menschen über 60 arbeitslos
Besonders dramatisch ist die Situation in der Altersgruppe 60 bis 64
Jahre: Insgesamt sind fast 27.000 Menschen über 60 arbeitslos – ein
Anstieg um beinahe 3.000 Personen bzw. über 12 Prozent innerhalb
eines Jahres. Für viele in dieser Gruppe ist ein Wiedereinstieg in
Beschäftigung kaum mehr realistisch, die Gefahr dauerhafter
Langzeitarbeitslosigkeit steigt massiv.

Systematische Benachteiligung
„Ältere Arbeitssuchende bringen Erfahrung, Verlässlichkeit und hohe
Fachkompetenz mit. Dennoch zeigen die Zahlen, dass sie am
Arbeitsmarkt systematisch benachteiligt werden. Hier braucht es ein
klares Umdenken und konkrete Instrumente, die tatsächlich bei den
Betroffenen ankommen“, so Gerstorfer.

Die Aktion „55+“, mit der einige tausend zusätzliche
Arbeitsplätze für ältere Arbeitsuchende geschaffen werden sollen,
bewertet der Pensionistenverband als grundsätzlich sinnvolle, aber in
ihrem Umfang zu begrenzte Initiative. Angesichts der deutlich
gestiegenen Altersarbeitslosigkeit könne sie die Entwicklung nicht
ausreichend abfedern.

Maßnahmenpaket gefordert
Gerstorfer fordert daher ein umfassenderes und nachhaltiges
Maßnahmenpaket:

– Deutliche Aufstockung und längerfristige Absicherung der
Beschäftigungsprogramme für Menschen ab 55 Jahren.

– Finanzielle Anreize und klare Rahmenbedingungen für Unternehmen, um
ältere Arbeitssuchende einzustellen und im Betrieb zu halten.

– Spezielle Unterstützungsprogramme für Frauen 55+, etwa in
Qualifizierung, Gesundheitsförderung und Wiedereinstieg.

– Verbesserte Absicherung bei längerer Arbeitslosigkeit im höheren
Erwerbsalter, um drohende Altersarmut zu verhindern.

„Politik, Sozialpartner und Unternehmen sind gemeinsam gefordert,
Altersarbeitslosigkeit nicht als Randthema zu behandeln. Es geht um
zehntausende Menschen, die ihr Berufsleben lang ihren Beitrag
geleistet haben und nun faire Chancen und soziale Sicherheit
verdienen. Ältere Beschäftigte dürfen nicht auf das Abstellgleis
geschoben werden“, unterstreicht Gerstorfer. (Schluss)