Wien (OTS) – Gestern wurde in Wien zum 16. Mal in einer festlichen
Veranstaltung
im Presseclub Concordia der Journalismuspreis „von unten“ vergeben.
Bewertet und ausgewählt wurden die Beiträge von einer Jury bestehend
aus Menschen mit Armutserfahrungen, die sich in der Plattform
Sichtbar Werden engagieren. Alle Ausgezeichneten betonten, den Preis
als besondere Ehre zu empfinden, kommt er doch von Menschen, die
genau wissen, was Sache ist. Die Armutskonferenz schreibt seit 2010
den Preis aus, der tiefgründige und respektvolle
Armutsberichterstattung prämiert. Diesen Preis gibt es mittlerweile
in zahlreichen europäischen Ländern von Polen bis Portugal.
In der Kategorie Radio wurde Veronika Mauler für ihr Ö1 Journal
Panorama „Alt, arm, weiblich – wenn die Pension nicht reicht“
ausgezeichnet. Die Jury würdigte, dass im Beitrag Betroffene
ausführlich zu Wort kommen, Ursachen wissenschaftlich hinterfragt und
Lösungsansätze diskutiert werden.
Der zweite Preis ging an Marina Wetzlmaier und ihre Sendung Punkt
eins auf Ö1 „Alleinerziehende – alleingelassen? Zur aktuellen
Lebenssituation von Ein-Eltern-Familien“ . Die Jury empfand als
positiv, dass in Gesprächen mit Betroffenen und Expert*innen ein
umfassendes Bild darüber entsteht, wie vielen Belastungen
Alleinerziehende ausgesetzt sind.
Der Hauptpreis in der Kategorie Print ging an Thomas Winkelmüller
& Maya Luna Mendivil Jahnke (Text) und Ursula Röck (Fotos) für Ihren
Artikel im Datum-Monatsmagazin „Die Pflegekinder“. Der Jury fiel
positiv auf, dass der Beitrag das wenig bekannte Problem pflegender
Kinder sehr eindrücklich beschreibt und durch die lebendigen Fotos
zusätzlich unterstreicht.
Anna Stockhammer erhielt den zweiten Preis für ihren Artikel im
Augustin „Unter Druck. Blauschwarze Kürzungen im steirischen
Sozialbereich“. Folgen von Kürzungen und Streichungen von Förderungen
für soziale Projekte und die Auswirkungen auf einzelne Menschen, die
auf Unterstützung angewiesen sind.
In der Kategorie Online ging die Auszeichnung an Beatrix Kouba
für ihre Reportage „Zwischen den Räumen: queere Menschen in der
Obdachlosigkeit“ veröffentlicht auf zimtmagazin.at. Aus der
Begründung der Jury: „Die Autorin schreibt in ihrer Reportage über
eine Facette von Obdachlosigkeit, die sonst in der Öffentlichkeit
totgeschwiegen wird – wie es queeren Menschen auf der Straße geht. So
gelingt es ihr, ein Thema, das oft in ein falsches Licht gerückt
wird, sensibel darzustellen.“
Den zweiten Preis erhielt Monika Pichler für ihren Beitrag „Vom
Leben auf der Straße zur Hilfe für andere – Walter Kreische über
Obdachlosigkeit und Würde“erschienen auf menschenundrechte.at. „Mit
ihrem sensibel geführten Interview vermag es die Autorin den Blick
auf wohnungslose Menschen zu verändern“ so die Jury in ihrer
Begründung
Den Hauptpreis in der Kategorie Fernsehen erhielt Tiba Marchetti
für ihren Beitrag „Drogen am Land“ (ORF Am Schauplatz). Die Jury
würdigte den aufwändig recherchierten, umfangreich gestalteten
Beitrag und dass Betroffenen viel Raum gegeben wird, ihre Erfahrungen
zu teilen.
Der zweite Preis ging an Sandra Rak & Stefan Wolner für ihren
Dokumentarfilm “Preis der Armut – Leben in der Teuerung”,
ausgestrahlt auf 3Sat, ARD, ZDF und im ORF. Der informativ gestaltete
Beitrag und die wertschätzende und facettenreiche Darstellung der
Betroffenen, die gängigen Klischees entgegenwirkt, überzeugte die
Jury.
Weiters auf der Shortlist des Journalismuspreis „von unten“ und
lobend erwähnt: Agnes Preusser (Kurier), Eva Sager (wienerzeitung.at)
, Johannes Kaup (ORF Radio Ö1).
