St. Pölten (OTS) – Unter dem Titel „Gedächtnis Grenze“ wird sich ein
INTERREG-Projekt
drei Jahre lang intensiv mit der Geschichte der Grenze Südböhmens,
Ober- und Niederösterreichs zwischen 1920 und 2020 beschäftigen. Ziel
von „Leben mit und an der Grenze 1920 – 2020. Život s hranicemi a na
pomezí 1920 – 2020“ ist es, die Grenzgeschichte touristisch spannend
aufzubereiten und durch eine interessante, zeitgemäße Darstellung
dieser Geschichte den Wert offener Grenzen in einem gemeinsamen
Europa zu vermitteln. Umgesetzt wird das Forschungsprojekt von der
tschechischen Geschichtswerkstatt Pamĕť Naroda, der Initiatorin aus
České Budĕjovice (Budweis), dem in St. Pölten ansässigen Institut für
Geschichte des ländlichen Raumes (IGLR), der Waldviertel Akademie,
dem Museum Alte Textilfabrik in Weitra sowie der Stadtgemeinde Nové
Hrady.
Beim ersten Historikertreffen des internationalen Forschungsteams
in Gmünd standen u. a. eine Führung durch das Haus der Gmünder
Zeitgeschichte, die Besichtigung ausgewählter Dokumente im
Stadtarchiv sowie ein Besuch des Kafka-Denkmals beim ehemaligen
Fußgängergrenzübergang Bleyleben und des historischen Bahnhofs in
České Velenice auf dem Programm. Im anschließenden Workshop
diskutierten die Teilnehmenden 40 verschiedene historische Ereignisse
an der Grenze, die als Angelpunkte für eine facettenreiche Erzählung
der Geschichte der Grenzregion dienen sollen. Vermittelt werden soll
diese Geschichte auf einem beschilderten Radweg, der zwischen
Wullowitz und Gmünd beiderseits der Grenze entlangführt, einem
Reiseführer – in Online- und Printversion – sowie einem Bündel
weiterer Vermittlungsaktivitäten:
Die Waldviertel Akademie wird zwei internationale Konferenzen
organisieren; das Museum Alte Textilfabrik, das direkt am „Iron
Curtain Trail“ bei Weitra liegt, wird Ausstellungen zum Thema und
eine Vermittlungsstation im Außenbereich gestalten. Das
Freilichtmuseum Skanzen zur Geschichte des Eisernen Vorhanges in Nové
Hrady an der Grenze nach Pyrhabruck wird durch ein umfassendes Archiv
mit Zeitzeugengesprächen von Pamĕť naroda wesentlich erweitert; das
IGLR wird u. a. zum Thema „Grenzgeschichte in den Lokalmedien“
forschen und eine Fachpublikation erstellen. Weitere
Kooperationspartner sind das Museum Schauplatz Eiserner Vorhang in
Weitra, Waldviertel Tourismus, der Kreis Südböhmen, Mühlviertel
Tourismus und das Museumsmanagement Niederösterreich.
Nähere Informationen unter 0664/1505348, ILD Thomas Samhaber, und
e-mail [email protected] .
