Wien (OTS) – Im feierlichen Rahmen des Stadtsenatssitzungssaal des
Wiener
Rathauses verlieh Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, Veronica
Kaup-Hasler, dem Dirigenten und Intendanten Walter Kobéra das
Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Die
Auszeichnung wurde im Namen des Bürgermeisters Michael Ludwig am
vergangenen Freitag, 07.11., übergeben.
Zwtl.: Kaup-Hasler: „Engagement, das unsere Stadt ehrt“
Die Kulturstadträtin würdigte Kobéra als prägende Persönlichkeit
der zeitgenössischen Oper: Mit Walter Kobéra werde eine Person
geehrt, die sich mit „großem Enthusiasmus und lebenslänglichem
Engagement um ein besonderes Genre verdient gemacht hat.“
Kaup-Hasler betonte, dass Kobéra mit der Neuen Oper Wien eine
Institution geschaffen habe, die mit zahlreichen Ur- und
Erstaufführungen und durch die Zusammenarbeit mit wichtigen Künstler*
innen internationale Impulse setzen konnte: „So vieles ist
entstanden, das eine Lücke zu füllen vermochte und anschließend in
die Welt hinausgegangen ist und Impulsgeber war.“
Abschließend dankte die Stadträtin dem Dirigenten und Intendanten –
„Dein Engagement ehrt diese Stadt“, so die Stadträtin – und würdigte
die Neue Oper Wien als wichtigen Leuchtturm.
Zwtl.: Laudatio von Peter Marboe
Der Laudator, amtsführender Stadtrat a.D. Peter Marboe, seit mehr
als fünf Jahrzehnten ein Wegbegleiter des Geehrten, betonte Kobéras
unveränderten „Enthusiasmus, Idealismus und Bereitschaft zur
Bereicherung des Musiklebens in Wien.“
Peter Marboe würdigte dessen visionäres Denken: Kobéra habe mit
großer Beständigkeit Überzeugungsarbeit geleistet, um zeitgenössische
Musik einem breiten Publikum durch ein mobiles Opernhaus in den
verschiedensten Spielstätten der Stadt zugänglich zu machen. In der
Laudatio hob der Stadtrat a.D. auch Kobéras künstlerische Integrität
und die Qualität der Neuen Oper hervor sowie Kobéras Leistung, junge
Talente zu entdecken und zu fördern.
Zwtl.: Dankesworte des Geehrten
In seinen Dankesworten blickte der Intendant auf die Anfänge der
Neuen Oper Wien zurück und wies auf die Bedeutung verlässlicher
Partner hin: „Die Möglichkeit, Ur- und Erstaufführungen und
Wiederentdeckungen zu realisieren, einen größeren Publikumskreis
ansprechen zu können, die Stadt- und Landesgrenzen zu verlassen und
die Werke in die Welt hinauszutragen – bis nach Buenos Aires –, war
erst mit längerfristigen Absicherungen durch die Stadt Wien möglich.
Dafür gilt mein Dank der öffentlichen Hand – der Stadt und dem Bund.“
Seinen Dank richtete er zudem an seine Gattin und an seine
langjährigen künstlerischen Weggefährten – wichtige Begegnungen, so
Kobéra – die es brauche, „um Kunst entstehen zu lassen“.
Zwtl.: Der Festakt
Musikalisch begleitet wurde der Festakt von den Vienna Strings:
Johanna Sulzgruber und Mariya Orininskaya (Violine), Roland Spindler
(Viola) und Wolfgang Ender (Violoncello).
Unter den Gästen befanden sich neben zahlreichen Freund*innen und
Familienmitgliedern Bundesministerin a.D. Claudia Schmied, Eduard
Strauss, Enkel von Johann Strauss (Sohn), und Roland Geyer, Intendant
des Johann Strauss 2025 Wien-Festjahres, sowie Persönlichkeiten aus
Kunst und Kultur.
Zwtl.: Zur Biografie von Walter Kobéra
Walter Kobéra begann im Volksschulalter mit dem Violinstudium am
Konservatorium der Stadt Wien, maturierte am Musikgymnasium Wien-
Neubau und studierte Germanistik und Theologie an der Universität
Wien. Ab 1978 war er Mitglied des Tonkünstler Orchester
Niederösterreich, auch als Dirigent und musikalischer Assistent von
Isaac Karabtchevsky und Fabio Luisi. 1986 gründete Kobéra das Amadeus
Ensemble Wien.
Seit 1991 ist Walter Kobéra musikalischer Leiter, seit 1993 auch
Intendant der Neuen Oper Wien, mit der er ab 2005 regelmäßig beim
Internationalen Kammeropern-Festival in Zwolle (Niederlanden)
gastierte. Im Jahr 2006 fand die erste Koproduktion mit den Bregenzer
Festspielen statt.
Kobéras Tätigkeit umfasste langjährige künstlerische
Zusammenarbeiten, darunter mit den ehemaligen Festivals KlangBogen
Wien und OsterKlang Wien sowie mit den Wiener Festwochen; er leitete
Konzerte mit österreichischen und europäischen Symphonieorchestern,
darunter das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, das Bruckner
Orchester Linz, das Gürzenich-Orchester Köln, das Ungarische
Rundfunkorchester Budapest, der Wiener Concert-Verein und das
Ensemble „die reihe“. Nebst zahlreichen Rundfunkaufnahmen und CD-
Einspielungen erfolgte auf Einladung des Theater an der Wien die
Ersteinspielung von Iain Bells Liederzyklus „A Hidden Place“ mit
Diana Damrau als Solistin und die Neuproduktion von Kurt Weills „Die
Sieben Todsünden“.
Walter Kobéra ist in der Lehre tätig und er fungiert zudem als Juror
nationaler und internationaler Wettbewerbe für Gesang und
Musiktheater.
