Wien (OTS) – Vor dem Hintergrund der gestern bekanntgewordenen
Entscheidung der
EBU am 1. November über die Teilnahme Israels am Songcontest 2026
abstimmen zu lassen, hat die Mitte September gegründete Initiative „
Solidarität Israel“ mit inzwischen nahezu 800 prominenten
Unterstützerinnen und Unterstützern heute in Briefen an den Wiener
Bürgermeister Michael Ludwig sowie an potenzielle Sponsoren des
Eurovision Song Contest 2026 appelliert, die uneingeschränkte
Teilnahme Israels zu gewährleisten.
„Ein kultureller Boykott Israels wäre nicht nur ein Bruch mit den
Grundprinzipien der Eurovision, sondern weit mehr eine Schande für
Wien und Österreich“, so die Proponenten. Ein solcher Boykott würde
den Frieden im Nahen Osten in keiner Weise befördern, sondern
vielmehr als hässlicher Versuch erscheinen, den jüdischen Staat
bereits in seiner bloßen Existenz zu delegitimieren. Der ORF dürfe
bei diesem zynischen Spiel nicht mitmachen. Österreich habe
insbesondere seit den Massakern des 7. Oktober vielfach Haltung
gezeigt, nicht zuletzt durch seinen Einsatz für die Freilassung von
Geiseln. „Unter dem historischen Schatten des Ausschlusses jüdischer
Künstler aus dem kulturellen Leben und schließlich dem absoluten
Zivilisationsbruch der Shoa wissen wir in Österreich wohlmöglich
besser als manche andere europäische Länder, wohin Hetze und
Ausgrenzung führen können. Dieses Erbe verpflichtet uns, heute mit
Klarheit und Entschlossenheit gegen Antisemitismus und Boykott
einzutreten.“
Die Initiative erinnert daran, dass die Stadt Wien bereits 2015
mit einem Beitrag von 11,71 Millionen Euro maßgeblich zum Erfolg des
ESC beigetragen habe. Wien habe sich damit international als
weltoffene Kultur- und Menschenrechtsstadt präsentiert. „Auch 2026
muss Österreich ein starkes Zeichen gegen Hass setzen und klar
machen: Ein Engagement der Stadt darf nur mit der uneingeschränkten
Teilnahme Israels verbunden sein“, so die Proponenten.
Gleichzeitig wurden große österreichische Unternehmen, die als
Sponsoren für den ESC26 in Frage kommen, aufgefordert, ein mögliches
Sponsoring des ESC 2026 an dieselbe Bedingung zu knüpfen. „Sollte der
ORF mit dem Ersuchen um Sponsoring an Ihr Unternehmen herantreten,
ersuchen wir Sie höflich, Ihre allfällige Zusage von der Bedingung
einer uneingeschränkten Teilnahme Israels abhängig zu machen“, so der
Wortlaut des Schreibens. Angeschrieben wurden unter anderem die
Sponsoren des ESC 2015, darunter A1, die AUA, OSRAM, Microsoft, die
Wiener Stadthalle, die Österreich Werbung sowie die ÖBB.
Die Initiative „Solidarität Israel“ wurde im September 2025 als
Reaktion auf eskalierenden Antisemitismus gegründet. Sie will – so
die Proponenten – „dem orchestrierten und blanken Judenhass unserer
Zeit entschlossen die Stirn bieten.“
Unterzeichnet sind die Schreiben von Dr. Ariel Muzicant,
Nationalratspräsident a.D. Mag. Wolfgang Sobotka sowie Daniel Kapp.
