Wien (OTS) – Anlässlich des internationalen Safe Abortion Day am
28.09.2025
setzten mehrere Jugendorganisationen ein starkes politisches Zeichen
vor dem Bundeskanzleramt. Mit einer gemeinsamen Medienaktion machten
die Aktion kritischer Schüler_innen, der Verband Sozialistischer
Student_innen Österreich, die Junge Generation sowie die
Sozialistische Jugend Österreich auf bestehende Probleme beim Zugang
zu Schwangerschaftsabbrüchen aufmerksam.
Bei der Aktion präsentierten die Aktivist_innen zentrale
feministische Forderungen auf Schildern, die unter anderem den Zugang
zu sicherer und kostenloser Abtreibung sowie das Recht auf
körperliche Selbstbestimmung thematisierten. Der Fokus lag auf der
ersatzlosen Streichung des § 96 aus dem Strafgesetzbuch, der
Schwangerschaftsabbrüche weiterhin unter Strafe stellt.
„Solange Abtreibung im Strafgesetzbuch steht, wird sie
stigmatisiert. Wir fordern: Schwangerschaftsabbruch raus aus dem
Strafrecht und rein ins Gesundheitsrecht!“ , so Vanessa Hoffellner,
Feministische Sprecherin des Verbands Sozialistischer Student_innen
Österreich.
Die Jugendorganisationen kritisieren, dass Abbrüche in Österreich
zwar unter bestimmten Bedingungen straffrei sind, rechtlich aber noch
immer nicht als normale medizinische Leistung behandelt werden. Dies
wirke sich nicht nur stigmatisierend aus, sondern erschwere vielen
den Zugang, insbesondere in ländlichen Regionen, wo entsprechende
Angebote oft fehlen oder mit hohen Kosten verbunden sind.
„Das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch ist das Recht auf
Selbstbestimmung und Selbstbestimmung ist nicht verhandelbar“ , so
Selina Gmeiner, Feminismusprecherin der Aktion kritischer
Schüler_innen.
Darüber hinaus wurde ein flächendeckendes, kostenloses und
sicheres Versorgungsangebot in ganz Österreich gefordert, das für
alle Menschen zugänglich ist, unabhängig von Einkommen, Wohnort oder
Aufenthaltsstatus.
Stefanie Grötz, Bundesfrauensprecherin der Jungen Generation,
kritisiert: „Niemand darf gezwungen sein, hunderte Euro für eine
medizinische Grundversorgung zu zahlen. Kostenlose und wohnortnahe
Versorgung ist keine Forderung – es ist ein Menschenrecht.“
Mit der Aktion forderten die beteiligten Organisationen eine
klare politische Haltung und gesetzliche Reformen, um die
reproduktiven Rechte in Österreich endlich abzusichern und
auszubauen.
„Reproduktive Rechte sind demokratische Rechte. Wer den Zugang zu
Abtreibung einschränkt, schränkt Demokratie und Freiheit ein“ ,
erklärt Fiona Schindl, Frauen*sprecherin der Sozialistischen Jugend
Österreich.
Abschließend stellt Gmeiner klar: „Der Safe Abortion Day zeigt:
Solange Abtreibung irgendwo unsicher oder verboten ist, ist
Gleichheit für FLINTA* Personen nicht erreicht. Wir kämpfen für
Selbstbestimmung und wir kämpfen solange, bis Selbstbestimmung und
Autonomie Realität wird!“
